ifo-GeschÀftsklima im Einzelhandel verharrt im August bei -29,0
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 07:43 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie Stimmung im deutschen Einzelhandel hat sich im August kaum verÀndert. Das ifo-GeschÀftsklima lag bei -29,0 Punkten und damit fast auf dem Juli-Niveau, nachdem sich die Lage seit Mai zwischenzeitlich verbessert hatte.
Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage schlechter als im Vormonat. Ihre Erwartungen fĂŒr die kommenden Monate hellten sich zwar etwas auf, fĂŒr den weiteren Jahresverlauf blieb der Ausblick aber pessimistisch.
HĂ€ndler sehen weiter wenig Spielraum
Viele HÀndler profitieren nach Angaben des ifo-Instituts bislang kaum von der konjunkturellen Erholung der Gesamtwirtschaft. Der Branchenexperte Patrick Höppner verwies darauf, dass die Stimmung sehr verhalten bleibe.
Im Hintergrund stehen weiter schwache reale Konsumausgaben. WĂ€hrend das ifo-Institut fĂŒr 2026 ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent erwartet, sollen die privaten Konsumausgaben preisbereinigt nur um 0,4 Prozent zulegen.
Inflation belastet den Konsum
Nach der Prognose des Instituts erhöhen vor allem gestiegene Energiepreise im Jahr 2026 die Inflation. Das belastet die Kaufkraft und damit auch die Stimmung der Verbraucher.
FĂŒr den Einzelhandel bleibt das GeschĂ€ftsumfeld deshalb schwierig. Trotz der jĂŒngsten Erholung des Klimas liegt der Indikator im Vergleich der vergangenen drei Jahre weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
Preise im Handel bleiben vorsichtig
Im August planten die Unternehmen etwas seltener als im Juli, ihre Preise in den nÀchsten Monaten anzuheben. Die Mehrheit rechnete weiter mit weitgehend stabilen Preisen.
Nach den Daten des Statistischen Bundesamts verteuerten sich Nahrungsmittel und alkoholfreie GetrĂ€nke im August 2026 nur um 0,1 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresmonat, Bekleidung und Schuhe um 0,4 Prozent. Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen dagegen um 2,9 Prozent.
Die Lage im deutschen Einzelhandel bleibt damit schwach, obwohl sich das Ifo-GeschĂ€ftsklima seit dem FrĂŒhjahr zeitweise verbessert hatte. Der Index verharrt nun nahezu unverĂ€ndert im tief negativen Bereich und signalisiert weiter gedĂ€mpfte Erwartungen fĂŒr die kommenden Monate.
FĂŒr HĂ€ndler ist das ein belastendes Signal, weil die Branche besonders sensibel auf Kaufkraft, Preisentwicklung und KonsumzurĂŒckhaltung reagiert. Wenn die Verbraucherpreise insgesamt steigen, die realen Konsumausgaben aber nur sehr langsam zulegen, bleibt der Spielraum fĂŒr Umsatzwachstum begrenzt. Das trifft vor allem Sortimente, die von spontanen KĂ€ufen und einem robusten Alltagskonsum leben.
Preise, Kaufkraft und Nachfrage
Dass viele EinzelhĂ€ndler ihre Preise im August seltener anheben wollten als im Vormonat, passt zu dieser zurĂŒckhaltenden Lage. Gleichzeitig zeigt der Verweis auf vergleichsweise geringe Preissteigerungen in einzelnen Warengruppen, dass der Druck im Handel ungleich verteilt ist: Einige Bereiche können Preisauftrieb besser abfedern, andere sind stĂ€rker auf volumengetriebenen Absatz angewiesen.
Bedeutung fĂŒr den Herbst
FĂŒr die kommenden Monate wird entscheidend sein, ob sich die konjunkturelle Erholung breiter auf den privaten Konsum ĂŒbertrĂ€gt. Bleiben Einkommenserwartungen, Energiepreise und Preisniveau angespannt, dĂŒrfte sich die Stimmung im Einzelhandel nur langsam verbessern. FĂŒr Verbraucher heiĂt das: Der Handel bleibt vorsichtig bei Preisen, Sortiment und Bestellungen, weil die Nachfrage weiterhin nicht verlĂ€sslich RĂŒckenwind gibt.
