IG BAU warnt: Parkinson-Risiko durch Pestizide in grĂĽnen Berufen
12.05.2026 - 23:39:19 | boerse-global.deBeschäftigte in Landwirtschaft, Gartenbau und Gewächshäusern haben ein erhöhtes Risiko, an Morbus Parkinson zu erkranken. Grund ist der langjährige kontakt mit Pflanzenschutzmitteln.
Die Warnung kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt: Das Parkinson-Syndrom durch Pestizide wird in Deutschland zunehmend als Berufskrankheit anerkannt. FĂĽr Betroffene bedeutet das den Zugang zu wichtigen UnterstĂĽtzungsleistungen.
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Anerkennung als Berufskrankheit ebnet Weg fĂĽr Hilfe
Ein Meilenstein für betroffene Arbeitnehmer: Der Ärztliche Sachverständigenbeirat beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) empfahl bereits am 20. März 2024 die Aufnahme des „Parkinson-Syndroms durch Pestizide“ in die Liste der Berufskrankheiten. Die Umsetzung wird für die zweite Jahreshälfte 2024 oder Anfang 2026 erwartet.
Landwirte, Gärtner und andere exponierte Personen können dann Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung erhalten – von medizinischer Versorgung bis zu Geldleistungen. Voraussetzung: Die Erkrankung ist nicht Folge einer anderen Grunderkrankung, und die betroffene Person hat im Berufsleben mindestens 100 Tage mit chemischen Pflanzenschutzmitteln wie Fungiziden, Insektiziden oder Herbiziden gearbeitet. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) begrüßten die Empfehlung im Mai 2024.
Diese Pestizide greifen das Gehirn an
Die Forschung zeigt seit Jahren: Bestimmte Pestizide erhöhen das Parkinson-Risiko massiv. Besonders die Herbizide Paraquat und das Insektizid Rotenon stehen im Verdacht, die Krankheit auszulösen. Beide Wirkstoffe sind in der EU nicht mehr zugelassen.
Die Zahlen sind alarmierend: Menschen, die Paraquat verwendet haben, haben ein etwa 2,5-fach höheres Risiko, Parkinson zu entwickeln. Eine Untersuchung vom März 2026 deutete an, dass auch langjährige Exposition gegenüber Chlorpyrifos das Risiko um mehr als das 2,5-fache erhöhen kann. Organophosphate generell wurden mit erhöhten Risiko-Mustern in Verbindung gebracht.
Wie schädigen diese Chemikalien das Gehirn? Sie lösen oxidativen Stress, mitochondriale Dysfunktion und Neuroinflammation aus. Die Folge: Dopamin produzierende Neuronen sterben ab – ein Kennzeichen der Parkinson-Krankheit. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält eine Assoziation zwischen berufsbedingter, andauernder und hoher Pestizid-Exposition und Parkinson für möglich, betont aber weiteren Forschungsbedarf.
Internationaler Trend und wachsende Betroffenenzahlen
Deutschland folgt mit der Anerkennung einem globalen Trend. Frankreich und Italien haben Parkinson im landwirtschaftlichen Bereich bereits vor über zehn Jahren als Berufskrankheit definiert. In den USA ist Paraquat trotz Verbots in über 70 Ländern weiterhin zugelassen – mit Tausenden von Klagen gegen Hersteller. Im Januar 2026 kündigte die US-Umweltschutzbehörde (EPA) eine Neubewertung der Sicherheit von Paraquat an.
Die Zahl der Parkinson-Betroffenen weltweit explodiert: Von 2,5 Millionen Menschen im Jahr 1990 auf über 6 Millionen 2015/2016. Bis 2040 werden voraussichtlich über 12 Millionen Menschen erkrankt sein. Diese Entwicklung lässt sich nicht allein durch die alternde Bevölkerung erklären – Umweltfaktoren spielen eine entscheidende Rolle.
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Mehr als nur Landwirtschaft: Wer ist noch gefährdet?
Das Risiko beschränkt sich nicht auf klassische Bauernhöfe. Die IG BAU warnt: Auch Beschäftigte im Gartenbau, in der Forstwirtschaft und in der Floristik sind gefährdet. Sogar auf dem Bau lauern Risiken – etwa durch Anti-Schimmelmittel, die oft Pestizide enthalten.
Neben Pestiziden spielen weitere Umweltfaktoren eine Rolle. Studien deuten auf Zusammenhänge mit Luftverschmutzung (Stickstoffdioxid, Feinstaub) und industriellen Lösungsmitteln wie Trichlorethylen (TCE) hin. Eine Studie vom April 2025 zeigte: Menschen mit genetischer Vorbelastung und hoher Luftverschmutzungsexposition haben ein bis zu dreifach erhöhtes Erkrankungsrisiko.
Was jetzt passieren muss
Die Anerkennung als Berufskrankheit ist ein wichtiger Schritt. Doch die IG BAU fordert mehr: verstärkte Aufklärung und Prävention. Ärztinnen und Ärzte sollen Parkinson-Patienten gezielt nach beruflicher Pestizid-Exposition fragen, um eine mögliche Anerkennung als Berufskrankheit zu prüfen.
Das Problem: Die Latenzzeit zwischen Exposition und Krankheitsausbruch beträgt oft Jahrzehnte. Umso wichtiger ist es, die Risiken jetzt zu minimieren. Schutzkleidung und eine Reduzierung des Einsatzes potenziell schädlicher Chemikalien sind essenziell. Die weitere Forschung zu kausalen Zusammenhängen und präventiven Ansätzen bleibt entscheidend, um die steigende Zahl von Parkinson-Erkrankungen einzudämmen.
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