KORREKTUR, Indien

KORREKTUR: Indien will zu Lösung des Ukraine-Kriegs beitragen

23.08.2024 - 16:29:58

(Im 2. Absatz wird klargestellt, dass Modi und Selenskyj in Einzelpunkten unterschiedlich zum Schweizer Friedensgipfel stehen.

Außerdem Schreibweise Selenskyj korrigiert.)

KIEW (dpa-AFX) - Indiens Premierminister Narendra Modi hat bei einem Besuch in Kiew die Bereitschaft seines Landes betont, in jeglicher Art und Weise zu einem Ende des Kriegs in der Ukraine beizutragen. "PrĂ€sident Selenskyj weiß, dass wir es gut mit der Ukraine meinen", sagte der indische Außenminister Subrahmanyam Jaishankar nach einem Treffen Modis mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj - nur Wochen nach einem Besuch des indischen Regierungschefs in Moskau. "Wir glauben, dass dieser Konflikt enden muss." Der Außenminister erklĂ€rte auch, dass die indische Diplomatie sich grundsĂ€tzlich nicht an Sanktionen gegen andere LĂ€nder beteilige. "Wir erwarten, dass beide Seiten an einer Lösung arbeiten", sagte er.

Gemeinsame ErklÀrung erinnert an Schweizer Gipfel

In einer gemeinsamen ErklĂ€rung erinnerten Selenskyj und Modi an das Friedenstreffen in der Schweiz im Juni. Russland hatte daran nicht teilgenommen, Indien die AbschlusserklĂ€rung nicht unterzeichnet. Selenskyj nannte das damalige KommuniquĂ© eine Grundlage fĂŒr einen gerechten Frieden. Modi verwies auf die Bedeutung einer gesicherten Getreideversorgung aus der Ukraine. Er rief alle Seiten dazu auf, rasch zu einer Wiederherstellung des Friedens beizutragen. Beide betonten die Bedeutung der UN-Charta, die allen Staaten die Unverletzlichkeit ihrer Grenzen zusichert.

Indien - das bevölkerungsreichste Land der Welt - verhĂ€lt sich neutral zu dem Krieg. Bislang hat das Land allerdings noch keine konkreten VorschlĂ€ge fĂŒr eine Konfliktlösung durch Dialog gemacht. Der Subkontinent pflegt gute Beziehungen zum Westen und zu Moskau, von dem er mit Blick auf seine MilitĂ€rausrĂŒstung stark abhĂ€ngig ist, auch wenn er versucht, diese AbhĂ€ngigkeit zu verringern. WĂ€hrend des Kriegs ist Indien zudem zu einem der grĂ¶ĂŸten KĂ€ufer von billigem russischem Öl geworden.

Moskau hatte Modi erst im Juli besucht - zum ersten Mal seit Beginn des Angriffskriegs. Bilder des Treffens, bei dem sich Modi und Putin umarmten, gingen um die Welt und wirkten in vielen westlichen LĂ€ndern verstörend. Selenskyj verurteilte damals die NĂ€he Modis zum Kremlchef. Jaishankar sagte dazu: "Es gibt einen kulturellen Unterschied, den Menschen im Westen möglicherweise nicht verstehen", sagte er. "Heute hat Premier Modi auch Selenskyj umarmt." Die Ukraine hofft auf die UnterstĂŒtzung Indiens, weil es weltpolitisch eine wichtige Stimme ist.

@ dpa.de