ROUNDUP, Taiwan

China hÀlt neues MilitÀrmanöver ab

14.10.2024 - 15:06:03

(Im 3. Absatz wurde die Anzahl der von Taiwan registrierten Schiffe und Flugzeuge ergĂ€nzt, die an der Übung teilgenommen haben.)PEKING/TAIPEH - Als erneute Drohung Richtung Taiwan hat China eine groß angelegte MilitĂ€rĂŒbung rund um die Inselrepublik abgehalten.

(Im 3. Absatz wurde die Anzahl der von Taiwan registrierten Schiffe und Flugzeuge ergĂ€nzt, die an der Übung teilgenommen haben.)

PEKING/TAIPEH (dpa-AFX) - Als erneute Drohung Richtung Taiwan hat China eine groß angelegte MilitĂ€rĂŒbung rund um die Inselrepublik abgehalten. Das chinesische MilitĂ€r sprach in einer Mitteilung von einer "ernsten Warnung" an die "separatistischen" KrĂ€fte Taiwans. Der chinesische staatliche Sender CCTV veröffentlichte eine Karte, die mehrere große rote Blöcke rund um Taiwan zeigte. In diesen Gebieten fanden die Übungen demnach statt.

Am Montagabend (Ortszeit) hieß es in einer weiteren Mitteilung, dass das Manöver "erfolgreich" abgeschlossen worden sei.

Nach Angaben des taiwanische Verteidigungsministerium nahmen 125 Kampfflugzeuge, Hubschrauber oder Drohnen der Luftwaffe der Volksbefreiungsarmee bis zum spĂ€ten Nachmittag an der Übung teil. Zudem seien 17 Kampfschiffe des MilitĂ€rs und 17 weitere Schiffe der chinesischen KĂŒstenwache in GewĂ€ssern nahe Taiwan registriert worden. Auch der chinesische FlugzeugtrĂ€ger "Liaoning" wurde sĂŒdöstlich von Taiwan gesichtet.

China droht Inselrepublik mit Eroberung

China betrachtet Taiwan als Teil seines Territoriums, obwohl dort seit Jahrzehnten stets unabhÀngige und demokratisch gewÀhlte Regierungen an der Macht sind. Peking droht schon lange offen damit, die mehr als 23 Millionen Einwohner zÀhlende Insel und das Festland notfalls auch mit militÀrischer Gewalt zu vereinen.

Der Druck nahm zuletzt wieder zu, nachdem im Januar mit Lai Ching-te erneut ein China-Kritiker die PrÀsidentschaftswahlen in Taiwan gewonnen hatte. Die Kommunistische Partei in Peking wirft Lai und seiner Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) Separatismus vor.

Rede des taiwanischen PrÀsidenten gilt als Auslöser

Bei den Übungen dĂŒrfte es sich um eine Reaktion auf eine Rede Lais zum taiwanischen Nationalfeiertag am 10. Oktober handeln. In der Rede hatte der PrĂ€sident vergangenen Donnerstag Taiwans SouverĂ€nitĂ€t bekrĂ€ftigt, aber China auch aufgefordert, mit ihm fĂŒr den Frieden zu arbeiten.

Bereits vergangene Woche wurde in Taiwan gewarnt, dass China die Rede zum Anlass nehmen könnte, um erneut seine militÀrischen Muskeln spielen zu lassen. Die USA hatten Peking davor gewarnt, auf die Rede mit Manövern zu reagieren.

USA sehen Gefahr der Eskalation

Das Außenministerium in Washington zeigt sich ernsthaft besorgt angesichts der Übungen. Mit militĂ€rischen Provokationen auf eine jĂ€hrliche Ansprache zu reagieren sei nicht gerechtfertigt und berge die Gefahr einer Eskalation, hieß es in einer Mitteilung. Die US-Regierung forderte China auf, sich zurĂŒckzuhalten und weitere Aktionen zu vermeiden, die den Frieden und die StabilitĂ€t untergraben könnten.

Die USA folgen der Ein-China-Doktrin, die Voraussetzung fĂŒr diplomatische Beziehungen zu China bildet und keine offiziellen Kontakte zu Taiwan ermöglicht. Die Vereinigten Staaten haben sich aber gesetzlich dazu verpflichtet, die VerteidigungsfĂ€higkeit der Inselrepublik zu unterstĂŒtzen, und sind ein wichtiger VerbĂŒndeter.

Schiffe und Flugzeuge aus mehreren Richtungen

Ein Sprecher des chinesischen MilitĂ€rs sagte laut Mitteilung, Schiffe und Flugzeuge nĂ€herten sich Taiwan aus mehreren Richtungen. Ziel sei es unter anderem, zu ĂŒben, wichtige HĂ€fen und Gebiete zu blockieren sowie eine "umfassende Kontrolle" zu erlangen. Auch die chinesische KĂŒstenwache erklĂ€rte, in den GewĂ€ssern um Taiwan Inspektionen durchzufĂŒhren.

Das taiwanische Verteidigungsministerium nannte die chinesische Übung eine "irrationale Provokation" und erklĂ€rte, eigene StreitkrĂ€fte entsandt zu haben, um "konkrete Maßnahmen zur Wahrung von Freiheit und Demokratie zu ergreifen".

@ dpa.de