PrÀsidentenwahl in RumÀnien: Rechtspopulist mit Abstand vorn
05.05.2025 - 05:37:02Bei der Wiederholung der im vergangenen Jahr annullierten PrĂ€sidentenwahl hat der extrem rechte Kandidat George Simion die erste Runde mit groĂem Abstand gewonnen, aber eine absolute Mehrheit verfehlt. Ob er Staatschef wird, entscheidet sich daher bei einer Stichwahl am 18. Mai. Dabei tritt Simion gegen den in der ersten Runde Zweitplatzierten an - wahrscheinlich ist dies der liberalkonservative, parteilose BĂŒrgermeister von Bukarest, Nicusor Dan.
Nach Angaben des Zentralen WahlbĂŒros erhielt Simion rund 40 Prozent der abgegebenen Stimmen. Auf Platz zwei kam nach AuszĂ€hlung der Stimmzettel von etwas mehr als 99 Prozent der Wahllokale der parteilose Kandidat Nicusor Dan, mit 20,91 Prozent - dicht gefolgt von Crin Antonescu, Kandidat der bĂŒrgerlich-sozialdemokratischen Regierung mit 20,30 Prozent. Antonescu gestand seine Niederlage ein. Die beiden trennten bei diesem Stand rund 56.000 Stimmen.
Zentrale Botschaft Simions im Wahlkampf war sein Schulterschluss mit einem kremlfreundlichen Politiker. "Wir haben zusammen Geschichte geschrieben, wir nĂ€hern uns einem hervorragenden Ergebnis", sagte Simion in einer im Fernsehen verbreiteten Ansprache. In RumĂ€nien, das die vom russischen Angriffskrieg heimgesuchte Ukraine grenzt, bestimmt der Staatschef die Richtlinien der AuĂen- und Sicherheitspolitik.
PrÀsidentenwahl von 2024 wurde wegen Kremlfreund annulliert
In der ersten Runde der PrĂ€sidentenwahl im November 2024 hatte der rechtsextreme Kremlfreund Calin Georgescu ĂŒberraschend die meisten Stimmen erhalten. Das Verfassungsgericht erklĂ€rte das Ergebnis aber wegen UnregelmĂ€Ăigkeiten bei der Wahlkampffinanzierung fĂŒr ungĂŒltig. Auch eine erneute PrĂ€sidentenkandidatur Georgescus verbot das Gericht und genehmigte damit eine Entscheidung des Zentralen WahlbĂŒros. Dieses hatte beanstandet, dass Georgescu demokratische Grundwerte nicht anerkenne. Gegen ihn ermittelt seit Ende Februar die Staatsanwaltschaft.
Georgescu trat nun als Simions VerbĂŒndeter auf. Simion wiederum schloss nicht aus, Georgescu ins Amt des MinisterprĂ€sidenten zu verhelfen. Am Wahltag gingen die beiden sogar demonstrativ gemeinsam zur Stimmabgabe. Georgescu hatte unter anderem erklĂ€rt, die Zukunft RumĂ€niens liege in der "Weisheit Russlands". Zudem hatte Georgescu öffentlich bezweifelt, dass der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine real sei.
Andererseits ist Simions Partei AUR im EU-Parlament Teil der russlandkritischen Fraktion EKR, zu der auch die Partei von Italiens MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni gehört. Dass Simion jetzt den Schulterschluss mit dem im Umfragen immer noch beliebten Kremlfreund Georgescu gesucht hat, schreiben manche Beobachter auch wahlkampftaktischen GrĂŒnden zu.

