Iran-Krieg treibt Inflation im Euroraum hoch auf 2,6 Prozent
16.04.2026 - 11:45:45 | dpa.deDer Ălpreisschock mit dem Iran-Krieg treibt die Inflation in der Eurozone deutlich nach oben. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise im MĂ€rz um 2,6 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg nach einer zweiten SchĂ€tzung mitteilte. Damit ist die Teuerung im WĂ€hrungsraum so stark wie seit Juli 2024 nicht mehr. Im Februar hatte die Inflationsrate nur bei 1,9 Prozent gelegen.
Der Preisauftrieb im MĂ€rz war zudem stĂ€rker als bisher gedacht. Eurostat hatte in der ersten SchĂ€tzung nur eine Jahresrate von 2,5 Prozent gemeldet. Damit ist das Inflationsziel der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB), die am 30. April wieder ĂŒber die Leitzinsen entscheidet, auf kurze Sicht deutlich ĂŒberschritten: Sie strebt mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent an.
Energiekosten steigen rasant
Angetrieben wurde die Inflation im Euroraum im MĂ€rz durch die infolge des Iran-Kriegs gestiegenen Energiepreise. Diese legten um 5,1 Prozent im Jahresvergleich zu. Im Dienstleistungssektor schwĂ€chte sich der Preisauftrieb hingegen etwas ab. Die Preise fĂŒr Lebens- und Genussmittel stiegen um 2,4 Prozent. Die Kernrate der Inflation, bei der besonders schwankungsanfĂ€llige Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, gab etwas nach. Sie fiel von 2,4 auf 2,3 Prozent.
Zuletzt war an den FinanzmÀrkten angesichts der Inflationsgefahren die Erwartung gestiegen, dass die EZB im Jahresverlauf die Leitzinsen anhebt. Die Notenbank hat den Leitzins zuletzt unverÀndert bei 2,0 Prozent belassen. PrÀsidentin Christine Lagarde machte deutlich, dass die EZB die Lage genau beobachte und notfalls bereit wÀre zu handeln.
Ăkonomen fĂŒrchten, dass der Ălpreisschock die Wirtschaft in der Breite erfasst und die Inflation auf andere Waren und Dienstleistungen ĂŒberspringt. Bereits im MĂ€rz kletterte die Inflation in Deutschland auf 2,7 Prozent - der höchste Stand seit Anfang 2024.
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