Berichte, Haftbefehl

Berichte: Haftbefehl nach Nord-Stream-AnschlÀgen erwirkt

14.08.2024 - 07:29:26

Im Fall der Sabotage an den Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee vor fast zwei Jahren gibt es laut Medienberichten nun einen Haftbefehl.

Diesen habe der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof erwirkt, berichteten "Die Zeit", ARD und die "SĂŒddeutsche Zeitung". Demnach fĂ€llt der Verdacht auf einen Ukrainer, dessen letzter Aufenthaltsort in Polen gelegen haben soll. Den Berichten zufolge ist er mittlerweile untergetaucht. Die Bundesanwaltschaft war zunĂ€chst nicht fĂŒr eine Stellungnahme zu erreichen.

Die beiden Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 wurden am 26. September 2022 durch mehrere Sprengungen beschÀdigt und unterbrochen. Die Explosionen wurden in der NÀhe der dÀnischen Ostsee-Insel Bornholm registriert und wenig spÀter vier Lecks an drei der insgesamt vier Leitungen der Nord-Stream-Pipelines entdeckt. Durch Nord Stream 1 floss zuvor russisches Erdgas nach Deutschland. Nord Stream 2 war wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der folgenden politischen Streitigkeiten noch nicht in Betrieb. Die Behörden mehrerer LÀnder nahmen Ermittlungen in dem Fall auf. Mittlerweile stellten DÀnemark und Schweden die Verfahren allerdings ein. Zu den TÀtern kursierten lange mehrere Spekulationen.

Weitere VerdÀchtige

Nach Recherchen der drei Medien stehen auch zwei weitere ukrainische Staatsangehörige unter Tatverdacht - darunter eine Frau. Den Bericht zufolge sollen sie an den AnschlĂ€gen beteiligt gewesen sein. Sie könnten als Taucher die SprengsĂ€tze an den Pipelines angebrachten haben, hieß es weiter. Die nun veröffentlichten Informationen stĂŒtzen sich demnach auch auf "Hinweise eines auslĂ€ndischen Nachrichtendienstes".

Bisherige Ermittlungen hatten eine Segeljacht im Visier gehabt, auf der im Juli 2023 Sprengstoffspuren entdeckt wurden. Es wurde vermutet, dass die "Andromeda" möglicherweise zum Transport des Sprengstoffs fĂŒr die Sabotage zum Einsatz kam.

@ dpa.de