USA, China

USA und China lockern HandelsbeschrÀnkungen nach Deal

27.06.2025 - 11:05:40 | dpa.de

Im Handelskonflikt zwischen den beiden grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaften deutet sich etwas Entspannung an. Beide Seiten wollen HandelsbeschrĂ€nkungen herabsetzen. Doch andere Probleme bestehen weiter.

US-PrÀsident Donald Trump hatte eine unterzeichnete Vereinbarung mit China erwÀhnt, jedoch viele Fragen offengelassen. - Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa
US-PrÀsident Donald Trump hatte eine unterzeichnete Vereinbarung mit China erwÀhnt, jedoch viele Fragen offengelassen. - Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa

China und die USA haben sich nach Angaben beider Seiten auf ein Ende bestimmter HandelsbeschrĂ€nkungen geeinigt. Wie das Handelsministerium in Peking mitteilte, wird China AntrĂ€ge fĂŒr die Ausfuhr «kontrollierter GĂŒter» prĂŒfen und genehmigen, welche den Bestimmungen entsprechen. Die USA wĂŒrden im Gegenzug eine Reihe «restriktiver Maßnahmen» gegen China aufheben, hieß es weiter. 

US-PrĂ€sident Donald Trump hatte zuvor eine unterzeichnete Vereinbarung mit China erwĂ€hnt - jedoch viele Fragen offengelassen. «Wir haben erst gestern mit China unterzeichnet», sagte der Republikaner bei einem Event im Weißen Haus. Worum es konkret geht, fĂŒhrte er nicht aus. Der Satz fiel, als Trump ĂŒber Deals mit anderen LĂ€ndern sprach. Er stellte außerdem in den Raum, dass es «vielleicht» einen sehr großen Deal mit Indien geben könnte. 

Seltene Erden gegen Hightech-Ware

US-Handelsminister Howard Lutnick bestĂ€tige anschließend im Interview der Finanznachrichtenagentur Bloomberg, dass der Deal mit China unterschrieben worden sei. China wird ihm zufolge seltene Erden liefern und die USA werden dafĂŒr ihre Gegenmaßnahmen beenden. 

Der schon lĂ€nger andauernde Handelskonflikt der beiden grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaften USA und China hĂ€lt die Weltwirtschaft in Atem. Zwischenzeitlich hatte Trump Strafzölle auf Einfuhren aus China in die USA in mehreren Schritten auf 145 Prozent erhöht. Peking hatte wiederum mit Gegenzöllen in Höhe von 125 Prozent reagiert und Exportkontrollen fĂŒr industriell wichtige seltene Erden und daraus gefertigte Magnete eingefĂŒhrt - China hĂ€lt darauf quasi ein Monopol. 

Offene Fragen im Zollstreit

Zum Höhepunkt des Zollstreits einigten sich im Mai hochrangig besetzte Delegationen beider Seiten in Genf in der Schweiz, die Zölle fĂŒr 90 Tage deutlich zu reduzieren und weiterzuverhandeln. Unklar ist bislang jedoch, wie es nach Ablauf der Frist im August weitergehen könnte. Die USA verhĂ€ngten im Anschluss zum Ärger Pekings weitere BeschrĂ€nkungen auf den Export wichtiger Technologie wie Software fĂŒr Computerchips und Bauteile fĂŒr die Luftfahrt, bei denen China weiter abhĂ€ngig von auslĂ€ndischen Herstellern ist. 

Bei einer weiteren Zusammenkunft beider Seiten in London Anfang Juni standen vor allem die HandelsbeschrĂ€nkungen im Vordergrund. US-Vertreter einigten sich mit den Chinesen schließlich auf eine Herabsetzung, wobei darĂŒber lange keine Details bekannt wurden. Beobachter werteten das Ergebnis als RĂŒckkehr zum Stand der Verhandlungen nach dem Treffen in Genf. Die PrĂ€sidenten beider LĂ€nder sollten nach dem Londoner Treffen die Entscheidungen noch absegnen. 

Wichtige Rolle seltener Erden

Wegen Chinas ExportbeschrĂ€nkungen auf seltene Erden geriet zuletzt die Industrie außerhalb der Volksrepublik deutlich unter Druck. Die Maßnahmen Pekings betrafen alle LĂ€nder, nicht nur die USA. Auch in Deutschland sorgen sich Unternehmen etwa in der Automobilbranche oder im Maschinenbau ĂŒber den Nachschub der wichtigen Metalle, die etwa fĂŒr Sensoren oder in Elektromotoren verbaut werden. 

China rechtfertigte die Kontrollen damit, dass es ich bei den Rohstoffen um GĂŒter fĂŒr zivile, aber auch militĂ€rische Nutzung handle. Von Unternehmen war zu hören, dass das chinesische Handelsministerium lange brauche, um die AntrĂ€ge zu bearbeiten, ohne Gewissheit auf eine Genehmigung. Sorgen vor möglichen StillstĂ€nden in den Fertigungen machten sich breit. Mehrfach betonte das Handelsministerium, dass es bereits AntrĂ€ge etwa fĂŒr Firmen in der EU genehmigt habe und den Prozess beschleunigen wolle.

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