Tesla-Betriebsratswahl, Wahlvorstand

Tesla-Betriebsratswahl - Wahlvorstand weist Kritik zurĂŒck

10.02.2024 - 06:18:29

Im MĂ€rz soll bei Tesla in GrĂŒnheide erneut ein Betriebsrat gewĂ€hlt werden. Wegen einer Zwangspause der Fertigung sieht die IG Metall die Chancengleichheit in Gefahr. Der Wahlvorstand widerspricht.

In der Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla regt sich Kritik an dem Versuch der IG Metall, die Betriebsratswahl im MĂ€rz wegen Zeitdrucks fĂŒr die Belegschaft zunĂ€chst zu stoppen. Der Wahlvorstand wies VorwĂŒrfe in einer Mail an die BeschĂ€ftigten, die der dpa vorliegt, zurĂŒck.

«Uns wird vorgeworfen, bei der Einleitung der Wahl unnötigen Zeitdruck bezĂŒglich der Einreichung von Vorschlagslisten vorzuschreiben. Das stimmt nicht», heißt es in dem Schreiben des Vorsitzenden RenĂ© Seyfert, der fĂŒr den ganzen Wahlvorstand spricht. «Die zeitlichen Rahmenbedingungen fĂŒr die Wahl sind per Gesetz festgelegt und an diese Vorgaben sind wir gebunden.»

Die Gewerkschaft hatte beim Arbeitsgericht Frankfurt (Oder) einen Antrag auf einstweilige VerfĂŒgung eingereicht, um die zweite Betriebsratswahl zunĂ€chst zu stoppen und fĂŒr einen neuen Termin zu werben. Die IG Metall sieht Zeitdruck wegen der Zwangspause der Autofertigung bei Tesla bis einschließlich diesen Sonntag. Grund war eine LĂŒcke in der Lieferkette von Bauteilen als Folge der Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Schiffe im Roten Meer.

Gewerkschaft sieht Chancengleichheit in Gefahr

Die Gewerkschaft sieht die Chancengleichheit bei der Aufstellung von Kandidaten in Gefahr. Nach der Betriebspause und der RĂŒckkehr an ihre ArbeitsplĂ€tze hĂ€tten die BeschĂ€ftigten nur bis zum 15. Februar Zeit, um einen Wahlvorschlag zu erstellen, Kandidatinnen und Kandidaten zu gewinnen und Unterschriften zu sammeln. Die Betriebsratswahl ist vom 18. bis 20. MĂ€rz geplant. Das Unternehmen Ă€ußerte sich bisher nicht zu der Kritik der IG Metall.

Der Wahlvorstand zeigte sich ĂŒberrascht von den VorwĂŒrfen und wies zurĂŒck, gegen GrundsĂ€tze einer fairen und demokratischen Wahl zu verstoßen. «?Dem widersprechen wir entschieden», heißt es in dem Schreiben. «Wir gehen davon aus, dass das Arbeitsgericht unsere Planungen als rechtlich korrekt einstuft. Deshalb fĂŒhren wir die Wahl wie im Wahlausschreiben geplant durch – es sei denn, eine gerichtliche Entscheidung macht eine PlanĂ€nderung notwendig.»

Es ist die zweite Betriebsratswahl bei Tesla in GrĂŒnheide. Eine Neuwahl nach zwei Jahren ist notwendig, wenn sich die Belegschaft verdoppelt. Im Fall von Tesla habe sie sich verfĂŒnffacht, schreibt der Wahlvorstand. Ein solches Gremium kĂŒmmert sich um die Vorbereitung und Umsetzung der Betriebsratswahl. Es besteht aus wahlberechtigten Arbeitnehmern, das können auch Mitglieder des Betriebsrates sein. Das Werk in GrĂŒnheide öffnete im MĂ€rz 2022 und hat nach Angaben des Unternehmens derzeit rund 12.500 BeschĂ€ftigte.

@ dpa.de