Deutschland, Bau

An jedem vierten Werktag ein Toter auf deutschen Baustellen

28.04.2026 - 04:00:24 | dpa.de

Im Schnitt stirbt an jedem vierten Werktag ein Mensch auf deutschen Baustellen. Warum Gewerkschaften und Berufsgenossenschaft mehr Engagement beim Arbeitsschutz fordern.

74 Menschen sind im vergangenen Jahr auf deutschen Baustellen gestorben. (Symbolbild) - Foto: Daniel Karmann/dpa
74 Menschen sind im vergangenen Jahr auf deutschen Baustellen gestorben. (Symbolbild) - Foto: Daniel Karmann/dpa

In Deutschland stirbt im Schnitt an jedem vierten Werktag ein Mensch auf einer Baustelle oder in der Reinigung. Wie die Berufsgenossenschaft Bau und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mitteilten, kamen im vergangenen Jahr 74 Menschen durch einen Arbeitsunfall in der Bauwirtschaft und den sogenannten baunahen Dienstleistungen ums Leben. Das waren vier weniger als ein Jahr zuvor. Zu den Werktagen zÀhlen laut dem Bundesurlaubsgesetz alle Tage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind.

Der Mitteilung zufolge starben 2025 zudem 400 Menschen infolge von Berufskrankheiten, «etwa weil BeschÀftigte in der Vergangenheit mit Staub oder Asbest gearbeitet haben».

Gewerkschaft: Viele UnfÀlle sind vermeidbar

Die BG BAU und die IG BAU rufen die BeschĂ€ftigten angesichts der Zahlen auf, gefĂ€hrliche Arbeitssituation nicht einfach hinzunehmen. Arbeitsschutz auf der Baustelle mĂŒsse «von allen gelebt» werden.

«Arbeitsschutz ist Chefsache, also Aufgabe des Arbeitgebers. Doch Sicherheit entsteht nur, wenn auch jede und jeder Einzelne Verantwortung ĂŒbernimmt – fĂŒr sich selbst und fĂŒr die Kolleginnen und Kollegen», sagt Mathias Neuser, amtierender Vorsitzender des Vorstands der BG BAU. Viele UnfĂ€lle seien vermeidbar. «Wenn Arbeitsschutz konsequent umgesetzt und von den BeschĂ€ftigten aktiv eingefordert wird, können wir Leben retten. Alle sollen nach Feierabend gesund zu ihren Familien und Freunden zurĂŒckkehren», so Neuser.

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