Verzögerung des Dokumenten-Prozesses gegen Trump deutet sich an
01.03.2024 - 06:24:27FĂŒr Freitag ist dazu eine Anhörung vor Gericht im Bundesstaat Florida geplant. Am Donnerstag (Ortszeit) reichten AnklĂ€ger und Verteidiger ihre VorschlĂ€ge fĂŒr einen neuen Zeitplan ein: Die Staatsanwaltschaft plĂ€dierte fĂŒr einen Prozessauftakt am 8. Juli, Trumps Verteidiger fĂŒr einen Termin frĂŒhestens am 12. August, möglichst aber erst nach der PrĂ€sidentenwahl im November. Das geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die am Donnerstagabend veröffentlicht wurden.
Eigentlich sollte der Prozess am 20. Mai 2024 beginnen. Doch die zustĂ€ndige Richterin hatte bereits vor Monaten eine mögliche Ănderung des Zeitplans angedeutet - auch wegen der anderen Verfahren gegen den Ex-PrĂ€sidenten. Eine Verschiebung des Prozesses wĂ€re ein Erfolg fĂŒr Trump. Der 77-JĂ€hrige will bei der PrĂ€sidentenwahl Anfang November erneut fĂŒr die Republikaner antreten und ist klarer Spitzenreiter bei den parteiinternen Vorwahlen. Die Partei nominiert ihren PrĂ€sidentschaftskandidaten offiziell Mitte Juli.
Trump wertet die verschiedenen Strafverfahren gegen ihn als Versuch, ihn am Wiedereinzug ins WeiĂe Haus zu hindern. Der Ex-PrĂ€sident beteuert in allen Verfahren seine Unschuld und versucht nach KrĂ€ften, die Prozesse auf juristischem Weg so lange wie möglich hinauszuzögern oder ganz abzuwenden.
In dem Fall zu den Regierungsdokumenten war Trump im vergangenen Jahr auf Bundesebene angeklagt worden. Ihm wird die gesetzeswidrige Aufbewahrung höchst sensibler Unterlagen aus seiner Zeit als PrÀsident (2017 bis 2021) vorgeworfen. Im August 2022 hatte die Bundespolizei FBI Trumps Villa durchsucht und mehrere als streng geheim eingestufte Dokumenten-SÀtze beschlagnahmt. Vorgeworfen wird Trump auch eine Verschwörung zur Behinderung der Ermittlungen.
Insgesamt ist Trump im Wahljahr mit vier strafrechtlichen Verfahren gegen ihn konfrontiert: Neben dem Prozess in der Dokumenten-AffĂ€re gibt es noch ein Wahlbetrugsverfahren auf Bundesebene und ein weiteres im Bundesstaat Georgia. Trump ist auĂerdem im Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin angeklagt worden.
Erst am Mittwoch hatte Trump einen wichtigen Teilerfolg eingefahren in seinem Bestreben, die anstehenden Gerichtsverfahren gegen ihn hinauszuzögern. Das Oberste Gericht der USA nahm Trumps Berufung in der Frage nach ImmunitĂ€t vor Strafverfolgung an. Es geht darum, ob der Republikaner fĂŒr bestimmte Handlungen wĂ€hrend seiner Amtszeit als PrĂ€sident ĂŒberhaupt belangt werden kann oder nicht. Der Supreme Court plant dazu nun eine Anhörung Ende April. Damit ist offen, ob und wann der politisch bedeutsame Prozess gegen Trump wegen versuchten Wahlbetrugs in Washington beginnen kann. Trump hat das Argument der ImmunitĂ€t auch in dem Fall in Florida geltend gemacht.

