ROUNDUP, Union

Union erwartet schnelle Einigung auf Neuwahltermin

12.11.2024 - 06:00:03 | dpa.de

Im Streit um einen Termin fĂŒr die vorgezogene Bundestagswahl ist eine Einigung nach EinschĂ€tzung der Union in Sichtweite.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt rechnet damit, dass sich Union und SPD jetzt schnell verstĂ€ndigen. Die GesprĂ€che liefen, man sei auf einem guten Weg, sagte Dobrindt am Abend in den ARD-"Tagesthemen". "Ich glaube, dass wir das jetzt zĂŒgig klĂ€ren können und dann einen Wahltermin vielleicht auch schon in dieser Woche verkĂŒnden können."

Unionskanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) strebt nach dem Scheitern der Ampel-Regierung eine Neuwahl im Februar an. In einer Sitzung des Fraktionsvorstands von CDU/CSU hatte er am Montag den 16. oder 23. Februar als gut erreichbaren Wahltermin genannt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gibt am Mittwoch eine RegierungserklĂ€rung im Bundestag ab. Bis dahin mĂŒsste es eigentlich eine Einigung geben.

ZunĂ€chst hatte Merz den 19. Januar als Wahltermin ins GesprĂ€ch gebracht. Scholz wollte die Vertrauensfrage ursprĂŒnglich am 15. Januar stellen, um eine Neuwahl Ende MĂ€rz herbeizufĂŒhren. Nach starkem öffentlichen Druck zeigte er sich am Sonntag in der ARD-Sendung "Caren Miosga" aber bereit, die Vertrauensfrage noch vor Weihnachten zu stellen - wenn die Fraktionschefs von SPD und CDU/CSU, Rolf MĂŒtzenich und Friedrich Merz, dazu eine Übereinkunft erzielen.

StÀrkung des Verfassungsgerichts soll umgesetzt werden

Dobrindt versicherte, sobald der Fahrplan geklĂ€rt sei, könne das Parlament sehr schnell wieder in einen Arbeitsmodus kommen. Es gebe ĂŒberhaupt keinen Zweifel daran, dass die Union die Vereinbarungen, die sie in der Vergangenheit mit der Ampel getroffen habe, auch einhalten werde.

Als Beispiel nannte Dobrindt die geplante StĂ€rkung des Bundesverfassungsgerichts. Die VerlĂ€ngerung des Deutschlandtickets sei hingegen nicht mit der Union vereinbart. Da mĂŒsse man die Reihenfolge einhalten: Erst brauche man den Wahltermin, dann werde man sich ĂŒber die weiteren Themen verstĂ€ndigen. Klar sei aber auch, dass die Union nicht "die herabfallenden TrĂŒmmer" der Ampel-Koalition auffangen werde.

SPD fordert Einstellung der Angriffe auf Bundeswahlleiterin

Der WahlprĂŒfungsausschuss des Bundestags kommt heute zu einer Sondersitzung zusammen, um ĂŒber einen Neuwahltermin zu beraten. Nach Angaben der Parlamentsverwaltung wird dazu Bundeswahlleiterin Ruth Brand erwartet. Mit ihr sei zu diskutieren, "wann die Neuwahl aus ihrer Sicht mit ihrer praktischen Erfahrung frĂŒhestens stattfinden kann", heißt es in einem Antragsschreiben an BundestagsprĂ€sidentin BĂ€rbel Bas (SPD), das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Brand sorgte Ende vergangener Woche fĂŒr Aufsehen, als sie - mit Blick auf die notwendige Vorbereitung - vor einem Wahltermin schon im Januar oder Februar warnte. Die Union wirft ihr seitdem vor, sich von Scholz politisch instrumentalisieren zu lassen.

Die Chefin des CDU-WirtschaftsflĂŒgels, Gitta Connemann, fordert sogar die Ablösung Brands, sobald der Bundestag neu gewĂ€hlt ist. "Meiner Ansicht nach hat die Bundeswahlleiterin in den vergangenen Tagen bewiesen, dass sie der Aufgabe nicht gewachsen ist", sagte die Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Dieses Amt muss ĂŒber jeden Verdacht erhaben sein. Ihr Ruf ist schon jetzt beschĂ€digt, so dass sie fĂŒr mich persönlich nach der Wahl nicht mehr haltbar ist."

SPD-GeneralsekretĂ€r Matthias Miersch forderte die Union auf, ihre Angriffe auf Brand sofort einzustellen. "Das ist Wasser auf die MĂŒhlen der Extremisten", sagte Miersch am Abend in der ARD-Sendung "hart aber fair". Wenn der weisungsunabhĂ€ngigen Wahlleiterin unterstellt werde, dass sie manipuliere, sei das hochproblematisch. Man habe bei Donald Trump in den USA gesehen, was es bedeute, wenn Institutionen, die fĂŒr Rechtsstaatlichkeit und die Einhaltung von Gesetzen stĂŒnden, angegriffen wĂŒrden.

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