462 Automatensprengungen im Jahr 2023 in Deutschland
11.01.2024 - 16:34:09Eine Auswertung vorlĂ€ufiger Zahlen der LandeskriminalĂ€mter durch deutet darauf hin, dass die Erfolgsquote der Sprenger noch einmal zugenommen haben könnte oder zumindest auf dem hohen Niveau bleibt. Ein Grund dafĂŒr: Gasgemische wie noch vor einigen Jahren kommen kaum noch zum Einsatz. Stattdessen setzen die TĂ€ter auf Festsprengstoffe, etwa aus illegalen Cobra-Böllern, die allerdings nicht nur die Automaten knacken, sondern hĂ€ufig auch enorme SchĂ€den in den Bankfilialen oder GebĂ€uden anrichten. In den BundeslĂ€ndern entwickelten sich die Fallzahlen im vergangenen Jahr sehr unterschiedlich. So stiegen sie in Baden-WĂŒrttemberg leicht auf 42 FĂ€lle an, wie das Landeskriminalamt in Stuttgart der FAZ mitteilte. In Hessen wurde 2023 laut dem LKA in Wiesbaden sogar ein Rekordwert von 61 FĂ€llen registriert, ein Plus von rund 50 Prozent. In Bayern sank die Zahl leicht auf 21. Das Landeskriminalamt in Nordrhein-Westfalen zĂ€hlte nach eigenen Angaben 153 Sprengungen und damit ein Minus von 15 Prozent. In Niedersachsen wurde die Zahl der Sprengungen fast halbiert, auf nunmehr 39. Im Kampf gegen die Geldautomatensprenger hatte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) schon im November 2022 zu einem "Runden Tisch" eingeladen. Die BankenverbĂ€nde erklĂ€rten sich damals bereit, insbesondere Automaten an Risikostandorten besser zu schĂŒtzen. Nach einer ersten Evaluierung im Juni 2023 kritisierten die Innenminister der LĂ€nder, die sich bei ihrer gemeinsamen Sitzung ebenfalls mit dem Thema beschĂ€ftigten, dass die freiwillige Umsetzung "bisher nicht im erforderlichen MaĂ erfolgte". Sie baten das Bundesinnenministerium, einen Gesetzentwurf zu erarbeiten, mit dem die Betreiber von Geldautomaten zu Mindeststandards beim Schutz verpflichtet wĂŒrden. Oliver Huth vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) wirbt fĂŒr eine entsprechende gesetzliche Regelung. "Das können wir nicht den Banken ĂŒberlassen - es geht schlieĂlich um ein Sicherheitsrisiko", sagte er der FAZ. Das Bundesinnenministerium teilte der Zeitung auf Anfrage mit, dass ein entsprechendes Gesetz die "ultima ratio" sei und bleibe. Vorerst will das Innenministerium weiter auf eine freiwillige Umsetzung der SchutzmaĂnahmen fĂŒr Geldautomaten durch die Betreiber setzen. AuĂerdem setzt sich das Ministerium von Nancy Faeser nach eigenen Angaben fĂŒr eine StrafverschĂ€rfung bei Geldautomatensprengungen ein.


