Schwarzarbeit nimmt laut Studie zu - hÀufig junge MÀnner
09.01.2025 - 15:45:38Die Zahl liege zwischen 8 und 10 Millionen, schĂ€tzt das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft (IW). Dies stĂŒtzt sich auf eine reprĂ€sentative Befragung von mehr als 2.600 Menschen ab 18 Jahren im April und Mai 2024.
Etwa 29 Prozent kennen demnach ein oder mehrere Personen, die schwarz arbeiten oder arbeiten lassen. Das ist deutlich mehr als bei einer frĂŒheren Befragung 2022/2023, als es gut 22 Prozent waren. Weil DoppelzĂ€hlungen bei der Fragemethode nicht ausgeschlossen sind, könne bei der SchĂ€tzung nur eine Spanne angegeben werden, sagt Studienautor und IW-Ăkonom Dominik Enste.
Experte: FĂŒr Besserverdiener lohnt Betrug besonders
Deutlich niedriger ist der Anteil derer, die angeben, selbst am Finanzamt vorbei zu arbeiten (5 Prozent). Nicht nur wegen der geringen Stichprobe ist diese Zahl aus Sicht von Enste weniger aussagekrĂ€ftig. "Die Menschen sprechen eben nicht so gern offen darĂŒber, dass sie schwarz arbeiten", sagt er.
MĂ€nner und JĂŒngere zwischen 18 und 34 Jahren arbeiten laut Umfrage hĂ€ufiger schwarz. Auch bei Besserverdienern, die ein Einkommen von mehr als 4000 Euro haben, wie zum Beispiel Architekten und Handwerksunternehmern sei dies ĂŒberdurchschnittlich ausgeprĂ€gt. "Weil sich der Betrug fĂŒr sie besonders lohnt und sich hĂ€ufiger die Gelegenheit dazu ergebe", heiĂt es in der Studie. Der "Spiegel" berichtete zuerst darĂŒber.
Bei Schwarzarbeit gibt es Forschern zufolge eine hohe Dunkelziffer. Auch andere Bereiche sind stark betroffen. Laut einer im Dezember veröffentlichten IW-Studie putzen 90 Prozent der mehr als vier Millionen Haushaltshilfen in Deutschland schwarz.
Politik will Schwarzarbeit besser bekÀmpfen
Den deutschen Staat kostet das viel Geld. Die Schwarzarbeit macht nach Berechnungen des IW etwa zwei Drittel der gesamten Schattenwirtschaft aus. Deren Anteil am Bruttoinlandsprodukt wird auf rund zehn Prozent geschĂ€tzt. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit im Mittelfeld, heiĂt es.
Die Bundesregierung will Schwarzarbeit besser bekÀmpfen. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls soll gestÀrkt werden. Im November hat das Bundeskabinett einen Gesetzesentwurf zur Modernisierung und Digitalisierung der SchwarzarbeitsbekÀmpfung beschlossen.
Die Politik mĂŒsse effektiver gegen die Ursachen vorgehen und die Steuer- und Abgabenlast senken, sagt Experte Enste. "Schwarzarbeit ist so attraktiv, weil den BeschĂ€ftigten zu wenig Netto vom Brutto bleibt." Neue Gesetze, Vorschriften und Kontrollen wĂŒrden das Problem nicht lösen.

