Immobilien-Investment, Milliarden

Immobilien-Investment: 16,2 Milliarden Euro im H1 2026, aber Neubau bricht ein

06.07.2026 - 23:51:24 | boerse-global.de

Transaktionsvolumen steigt um bis zu 13 Prozent, doch die Neubauinvestitionen drohen um ein Viertel einzubrechen.

Deutscher Immobilienmarkt 2026: Erholung bei Investments, Neubau-Krise
Immobilien-Investment - Nahaufnahme von Bauplänen und Finanzdiagrammen auf einem Schreibtisch, mit einem Stift und Taschenrechner daneben. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Analysehäuser Savills und CBRE melden Transaktionsvolumen zwischen 14,7 und 16,2 Milliarden Euro – ein Plus von bis zu 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders das gewerbliche Segment legte um 20 Prozent auf knapp 13 Milliarden Euro zu.

Wohnimmobilien bleiben mit rund 3,8 bis 4,3 Milliarden Euro Umsatz das stärkste Segment. Auffällig: Die öffentliche Hand kauft massiv ein. Über 80 Prozent der Ankäufe von Projektentwicklungen entfielen auf öffentliche Akteure, die Objekte für mehr als 2 Milliarden Euro erwarben. Auch ausländische Investoren kehren zurück – sie investierten netto rund 1,33 Milliarden Euro in den deutschen Wohnungsmarkt.

Wohnungswirtschaft schlägt Alarm

Während sich der Investmentmarkt erholt, zeichnet der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft (GdW) ein düsteres Bild für den Neubau. Die Prognose: Die Neubauinvestitionen könnten 2026 um 26 Prozent auf rund 6 Milliarden Euro einbrechen. Zum Vergleich: 2025 lagen sie noch bei 8,1 Milliarden Euro.

Die Zahl der Fertigstellungen wird auf etwa 200.000 Wohnungen geschätzt. Nötig wären 320.000. Das Ifo-Institut rechnet sogar nur mit 185.000 Fertigstellungen. Der GdW-Präsident fordert beschleunigte Verfahren für bezahlbaren Wohnraum. Die Rahmenbedingungen sind brutal: Seit 2019 stiegen die Baupreise um 51 Prozent, die Zinsen haben sich seit 2021 vervierfacht.

Bauzinsen leicht gefallen

Die Finanzierungskosten verharren auf hohem Niveau, zeigen aber leichte Entspannung. Anfang Juli senkten mehrere Kreditinstitute, darunter die ING, ihre Bauzinsen um 0,05 Prozentpunkte. Der Sollzins für Finanzierungen ab 300.000 Euro liegt nun bei rund 4,10 Prozent. Für 15-jährige Zinsbindungen sind etwa 4,02 Prozent üblich – die Spanne reicht von 3,57 bis 4,24 Prozent.

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Trotz der schwierigen Bedingungen steigen die Immobilienpreise weiter. In 14 der 15 größten deutschen Städte legten die Häuserpreise zu. Spitzenreiter Leipzig verzeichnete Zuwächse von 4 Prozent. Bestandswohnungen verteuerten sich im Vergleich zum Vorquartal um 1,0 Prozent auf durchschnittlich 2.645 Euro pro Quadratmeter. Neubauwohnungen erreichten mit 4.168 Euro pro Quadratmeter wieder das Niveau von 2022.

Neue Förderung gegen Wohnungsmangel

Das Bundesbauministerium und die KfW starteten zum 1. Juli ein Förderprogramm für die Umwandlung von Gewerbe- in Wohnraum. Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen können Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit erhalten. Voraussetzung: ein energetisches Niveau von mindestens EH 85 EE.

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Doch die bestehenden Fördertöpfe leeren sich. Aus dem KfW-Programm für den Wohnungsbau mit insgesamt 800 Millionen Euro waren Ende Juni noch rund 281,7 Millionen Euro verfügbar. Angesichts einer geschätzten Refinanzierungslücke von über 6 Milliarden Euro bleibt fraglich, ob die Maßnahmen den prognostizierten Neubau-Einbruch abfedern können.

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