Immobilienfinanzierung: Difi-Index fÀllt auf minus 14 Punkte
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 20:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Stimmung auf dem deutschen Markt fĂŒr Immobilienfinanzierungen hat sich im dritten Quartal 2026 spĂŒrbar eingetrĂŒbt. Wie aus einem Bericht von JLL und dem Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) vom 02.10.2026 hervorgeht, sank der Immobilienfinanzierungsindex Difi um 6,1 Punkte auf einen Stand von -14,0 Punkten.
Im Vorquartal hatte der Wert noch bei +1,1 Punkten gelegen. Die zugrundeliegende Erhebung fand im Zeitraum vom 18. bis zum 26. August 2026 unter 34 Branchenexperten statt.
EintrĂŒbung durch schwĂ€chere Erwartungen und Zinswende
Ausschlaggebend fĂŒr das Gesamtergebnis ist vor allem der Teilindikator fĂŒr die Erwartungen. Dieser ging um 0,3 Punkte auf -14,4 Punkte zurĂŒck. Der Teilindikator fĂŒr die aktuelle Situation verbesserte sich hingegen leicht um 2,0 Punkte auf -13,6 Punkte. Das makroökonomische Umfeld war zuletzt von geopolitischen und geldpolitischen Spannungen geprĂ€gt: Ein durch den Iran-Krieg ausgelöster Energiepreisschock lieĂ die Inflation ansteigen, woraufhin die EuropĂ€ische Zentralbank im Juni die Zinsen anhob.
Die einzelnen Nutzungsarten entwickelten sich im dritten Quartal 2026 unterschiedlich. Im Gesamtsaldo notierte das Segment Wohnen bei +2,9 Punkten (VerÀnderung von -7,5 Punkten).
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Logistik lag bei -13,3 Punkten (-17,8 Punkte), Einzelhandel ebenfalls bei -13,3 Punkten (-1,9 Punkte) und Hotels bei -5,4 Punkten. Das Segment BĂŒro wies mit -41,0 Punkten (-2,4 Punkte) den schwĂ€chsten Wert auf.
Bei der Betrachtung der aktuellen Lage legte das BĂŒrosegment um 19,1 Punkte auf -40,0 Punkte zu. Wohnen stieg um 0,5 Punkte auf +8,8 Punkte, Hotels verbesserten sich um 1,2 Punkte auf -3,6 Punkte und Einzelhandel um 1,5 Punkte auf -16,7 Punkte. Logistik gab dagegen um 4,5 Punkte auf -16,7 Punkte nach.
Bei den Erwartungen verzeichneten sĂ€mtliche Nutzungsarten RĂŒckgĂ€nge: BĂŒro fiel um 23,7 Punkte auf -41,9 Punkte, Logistik um 23,6 Punkte auf -10,0 Punkte, Wohnen um 15,4 Punkte auf -2,9 Punkte, Einzelhandel um 5,5 Punkte auf -10,0 Punkte und Hotels um 2,3 Punkte auf -7,1 Punkte.
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NeugeschÀft legt im ersten Halbjahr dennoch zu
Ungeachtet der verhaltenen Aussichten bauten die Institute ihre Kreditvergabe im ersten Halbjahr 2026 aus. Das NeugeschĂ€ft erreichte 17 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 15 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahreswert von 14,8 Milliarden Euro entspricht. Nahezu alle zwölf untersuchten Institute konnten ihr NeugeschĂ€ft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern, lediglich die Helaba verzeichnete einen RĂŒckgang.
Zu den aktivsten Finanzierern zÀhlten die Berlin Hyp mit 4,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,3 Milliarden Euro), die DZ Hyp mit 3,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,5 Milliarden Euro), die BayernLB mit 2,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,4 Milliarden Euro) sowie die Helaba mit 1,6 Milliarden Euro.
Bei den KreditbestĂ€nden ergab sich ein leichtes Minus von 1 Prozent auf insgesamt 282,9 Milliarden Euro. Den gröĂten Bestand hielt die Berlin Hyp mit 54,8 Milliarden Euro, gefolgt von der DZ Hyp mit 41,9 Milliarden Euro sowie Aareal und Helaba mit jeweils 32,4 Milliarden Euro. Die HCOB verzeichnete bei den BestĂ€nden einen RĂŒckgang von 21 Prozent.
Im Rahmen einer Sonderfrage bewerteten die befragten Experten zudem die Rolle von KĂŒnstlicher Intelligenz. Aktuell stufen 50 Prozent die Relevanz der Technologie als gering ein, wĂ€hrend 2,9 Prozent sie als sehr relevant ansehen. Mit Blick auf die kommenden drei Jahre erwarten rund 75 Prozent eine ziemlich oder sehr hohe Bedeutung. Hinsichtlich der Risiken gaben 70,0 Prozent der Experten an, keine VerĂ€nderung durch den KI-Einsatz zu sehen.
