EU und Serbien schmieden Lithium-Pakt
19.07.2024 - 11:50:08 | dpa.deAn der Unterzeichnung in Belgrad nahmen am Freitag auch der serbische PrĂ€sident Aleksandar Vucic und der VizeprĂ€sident der EU-Kommission, Maros Sefcovic, teil. Die AbsichtserklĂ€rung soll eine umweltvertrĂ€gliche Förderung des fĂŒr die Herstellung von Batterien fĂŒr Elektroautos so wichtigen Leichtmetalls im serbischen Jadar-Tal ermöglichen. Dort schlummert eine der gröĂten europĂ€ischen Reserven des weltweit Ă€uĂerst knappen und begehrten Rohstoffs.
FĂŒr beide Seiten geht es bei dem Rohstoffabkommen um viel. Ziel der serbischen Regierung ist es, eine Wertschöpfungskette fĂŒr ElektromobilitĂ€t vom Abbau des Rohstoffs bis zur Batteriefertigung aufzubauen. Das bedeutet Staatseinnahmen, Investitionen und ArbeitsplĂ€tze, aber auch mehr NĂ€he zur EU fĂŒr den Beitrittskandidaten Serbien.
Deutschland und die EU wollen mit dem Projekt die AbhĂ€ngigkeit von China reduzieren. Die zweitgröĂte Volkswirtschaft der Welt kontrolliert einen groĂen Teil des Abbaus und der Verarbeitung von Lithium weltweit. Auch China hatte sich um den Lithium-Abbau in Serbien bemĂŒht, im Mai war PrĂ€sident Xi Jinping in Belgrad. Dass man sich trotzdem nun als EuropĂ€er durchgesetzt hat, wird von deutscher Seite als groĂer Erfolg gefeiert, der vielleicht auch Ausstrahlungskraft auf weitere Rohstoff-Projekte haben könnte.
Das Projekt ist aber hochumstritten. UmweltschĂŒtzer kritisieren unter anderem, dass Lithium-Bergbau das Grundwasser mit Schwermetallen verunreinige und daher eine Gefahr fĂŒr die Trinkwasserversorgung der Anwohner darstelle. AuĂerdem gibt es rechtsstaatliche Bedenken. Die serbische Regierung hatte den Weg fĂŒr das Projekt erst vor wenigen Tagen freigemacht. Sie berief sich auf ein kurz vorher ergangenes Urteil des Verfassungsgerichts, das einen Stopp des Lithium-Projekts im Jahr 2022 rĂŒckgĂ€ngig machte. Die UnabhĂ€ngigkeit des Gerichts wird von den Kritikern des Projekts aber bezweifelt.
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