Finanzierungsdefizit stabil trotz steigender Steuereinnahmen
08.01.2026 - 08:09:01Damit verzeichneten die Kern- und Extrahaushalte von Bund, LĂ€ndern, Gemeinden und Sozialversicherung in den ersten drei Quartalen 2025 ein - in Abgrenzung der Finanzstatistik errechnetes - Finanzierungsdefizit von 107,6 Milliarden Euro. Das Defizit lag somit nahezu auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums (-67 Millionen Euro). Dabei verzeichneten alle Ebenen des Ăffentlichen Gesamthaushalts ? Bund, LĂ€nder, Gemeinden und Sozialversicherung - ein Minus. Zwar trug der Bund wie in den Vorjahren seit 2020 den gröĂten Anteil des Gesamtdefizits, jedoch ist das Finanzierungsdefizit bei den Gemeinden weiter gewachsen.
Aus Steuern und steuerĂ€hnlichen Abgaben wurden in den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 rund 1.285,8 Milliarden Euro eingenommen (+7,1 Prozent). Der deutliche Anstieg wurde getragen von den Beitragseinnahmen der Sozialversicherung (+9,1 Prozent) und den Landessteuern (+33,3 Prozent). Gemeinden und Stadtstaaten verbuchten auch nach der Grundsteuerreform Einnahmen aus Grundsteuern auf der Höhe des Vorjahresniveaus (rund 12,5 Milliarden Euro). Die fĂŒr das Gesamtaufkommen wichtigen Gemeinschaft- und Bundessteuern stiegen jeweils um etwa fĂŒnf Prozent.
Bei den Bundessteuern gab es gegenlĂ€ufige Effekte: Einerseits laufen die Einnahmen aus dem EU-Energiekrisenbeitrag (Abschöpfen von "Ăberschussgewinnen" bei Unternehmen, die Kohle oder Erdöl abbauen oder verarbeiten) aus. Andererseits wurde die Tabaksteuer erhöht, was in den ersten drei Quartalen Mehreinnahmen von rund zwei Milliarden Euro erbrachte.
Beim Bund stiegen die ZuschĂŒsse an SozialversicherungstrĂ€ger um 5,3 Milliarden Euro. Von den zugunsten der Sozialversicherungen geplanten Darlehen wurden zwei Milliarden Euro an die Arbeitslosenversicherung ausgezahlt. Auch zahlte der Bund 5,3 Milliarden Euro als Eigenkapitalerhöhung an die Deutsche Bahn, was die Ausgaben "zum Erwerb von Beteiligungen" entsprechend ansteigen lieĂ.
Bei den LĂ€ndern stiegen die Personalausgaben um 5,2 Prozent und die Sachausgaben um 2,2 Prozent. Die Ausgaben fĂŒr Kreditmarktzinsen stiegen deutlich um 9,7 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Allgemeine, sonstige und investive Zuweisungen der LĂ€nder an ihre Gemeinden und GemeindeverbĂ€nde erreichten zusammengenommen 110,3 Milliarden Euro (+3,1 Prozent)
Die Gemeinden mussten nicht nur eine gegenĂŒber Bund und LĂ€ndern höhere Steigerungsrate der Personalkosten finanzieren (+6,7 Prozent auf 79,3 Milliarden Euro). Bei ihnen stiegen auch die Ausgaben fĂŒr Zuweisungen und ZuschĂŒsse an andere Bereiche (unter anderem Sozialausgaben) mit +6,6 Prozent stĂ€rker als die Einnahmen (+5,5 Prozent).
Die Ausgaben des Bundes in den ersten drei Quartalen 2025 betrugen 461,9 Milliarden Euro, das waren 4,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, so die Statistiker weiter. Die Einnahmen stiegen um 2,7 Prozent auf 394,9 Milliarden Euro. Somit ergab sich ein Finanzierungsdefizit von 66,9 Milliarden Euro, das waren 8,7 Milliarden Euro mehr als im Vorjahreszeitraum.
Bei den LĂ€ndern ergab sich mit Ausgaben von 414,5 Milliarden Euro (+2,4 Prozent) bei gleichzeitigen Einnahmen von 413,4 Milliarden Euro (+4,0 Prozent) ein Defizit von 1,2 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch bei 7,3 Milliarden Euro gelegen.
Bei den Gemeinden und GemeindeverbĂ€nden wuchsen die Ausgaben (+5,9 Prozent auf 303,4 Milliarden Euro) weiter etwas stĂ€rker als die Einnahmen (+5,5 Prozent auf 275,1 Milliarden Euro). Das Finanzierungsdefizit vergröĂerte sich auf 28,3 Milliarden Euro. Das waren 2,4 Milliarden Euro mehr als im Vorjahreszeitraum und auch mehr als das Rekorddefizit (24,8 Milliarden Euro), das sich fĂŒr das Gesamtjahr 2024 ergeben hatte.
Bei der Sozialversicherung ging das Finanzierungsdefizit gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum um 4,9 Milliarden Euro auf 11,2 Milliarden Euro zurĂŒck. Die Ausgaben stiegen um 7,3 Prozent auf 696,7 Milliarden Euro, die Einnahmen um 8,3 Prozent auf 685,5 Milliarden Euro. @ dts-nachrichtenagentur.de
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