SupermÀrkte, BeschÀftigte

SupermĂ€rkte suchen Tausende BeschĂ€ftigte fĂŒr Bedientheken

09.09.2024 - 12:04:27

In den SupermĂ€rkten fehlt es an Personal fĂŒr Servicetheken mit Fleisch oder KĂ€se. Einige HĂ€ndler wollen deshalb stĂ€rker auf Selbstbedienung setzen, andere holen FachkrĂ€fte aus dem Ausland.

Die großen Supermarktketten in Deutschland suchen tausende neue Mitarbeiter fĂŒr Bedientheken mit Fleisch, Wurst oder KĂ€se. Im Stellenportal von Edeka sind zurzeit rund 4600 offene Stellen dafĂŒr eingestellt, bei Rewe mehr als 3400. «Vor allem Metzger und FleischfachverkĂ€ufer werden hĂ€nderingend gesucht», sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), Philipp Hennerkes. Der Bedarf steige seit Jahren, weil zu wenig Nachwuchs nachkomme. 

Der Handel ist insgesamt stark betroffen von FachkrÀftemangel. Laut dem Handelsverband Deutschland (HDE) gibt es rund 120.000 offene Stellen. Die personellen EngpÀsse an den Servicetheken treffen vor allem SupermÀrkte wie Rewe, Edeka und Kaufland. «Die Theken und die Beratung sind ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum Discount, da wollen die Unternehmen gut sein», sagte Hennerkes. 

Mangels Personal setzen Edeka-HĂ€ndler in einigen Regionen auch auf flexiblere Ladenbaukonzepte, wo Waren auch zur Selbstbedienung (SB) angeboten werden können, wie die «Lebensmittel Zeitung» jĂŒngst berichtete. Die sogenannten hybriden Theken kommen in Randzeiten demnach auch ohne Personal aus. Der BVLH bestĂ€tigt, dass die Zahl solcher Mischformen zunimmt. 

Edeka widersprach dabei Berichten, wonach den Frischetheken die Abschaffung drohen könnte. Die Theken seien «das HerzstĂŒck in den Edeka-MĂ€rkten» und blieben weiterhin wichtig, sie stĂŒnden nicht zur Diskussion, teilte das Unternehmen mit. Nahezu alle der rund 7000 Edeka-MĂ€rkte seien mit Theken fĂŒr Fleisch, Wurst oder KĂ€se ausgestattet. 

HĂ€ndler rekrutiert Personal aus Indien

 «Keiner bei Edeka will seine Bedientheke schließen», sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Edeka Hieber, Karsten Pabst. Das Unternehmen, dem 16 MĂ€rkte in Baden-WĂŒrttemberg gehören, ist einer der grĂ¶ĂŸten selbststĂ€ndigen Edeka-HĂ€ndler in Deutschland. Man versuche die Bedientheken eher auszubauen, sagte Pabst, dennoch sei es sinnvoll, diese durch SB-Konzepte zu ergĂ€nzen. Auch Hieber spĂŒrt die Nachwuchsprobleme. DafĂŒr wird nicht nur in Deutschland nach Personal gesucht. Die Supermarktkette rekrutiert Auszubildende, speziell fĂŒr die Fleischtheke, aus Indien. Andere Edeka-HĂ€ndler haben Ă€hnliche Projekte. 

StĂ€rker auf Selbstbedienung setzen will der Edeka-HĂ€ndler Stadler und Honner aus Bayern. «Wir tun uns heute immer schwerer, die Theken zu besetzen», sagte GeschĂ€ftsfĂŒhrer Daniel Honner der «Lebensmittel Zeitung». In einem Markt in MĂŒnchen sei die Bedientheke von 24 auf 7,5 Meter verkĂŒrzt worden, auf den restlichen Metern werde SB-Fleisch und -Wurst angeboten. Honner begrĂŒndet dies auch mit einem verĂ€nderten Kaufverhalten. «Wir passen uns damit im urbanen Raum der Nachfrage an. Der 20-jĂ€hrige Student kauft in MĂŒnchen anders ein als die 70-jĂ€hrige Rentnerin auf dem Land.»

Bei Rewe haben die Bedientheken «weiterhin Zukunft», wie das Unternehmen mitteilt. Etwa 2000 der 3800 Rewe-MĂ€rkte verfĂŒgen demnach ĂŒber Theken als ErgĂ€nzung zum SB-Angebot. Die zunehmende Digitalisierung in den MĂ€rkten schaffe SpielrĂ€ume, Mitarbeitende verstĂ€rkt in den serviceorientierten TĂ€tigkeiten einzusetzen, hieß es. Der Vollsortimenter Kaufland sucht im Internet ebenfalls nach Personal fĂŒr die Bedientheken. «Unsere Kunden schĂ€tzen dieses Angebot sehr. Wir bieten deshalb im Großteil unserer Filialen Bedientheken an und werden dies auch weiterhin tun», sagte eine Sprecherin. Um den Kunden freie Wahl zu lassen, gebe es neben den Theken abgepackte Produkte zur Selbstbedienung.

@ dpa.de