US-Inflation steigt spĂŒrbar - Deutliche Zolleffekte bleiben aber aus
15.07.2025 - 15:29:04 | dpa.deDie aggressive Zollpolitik der US-Regierung zeigt aber nach EinschÀtzung von Experten weiterhin keine deutlichen Auswirkungen. Im Juni stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 2,7 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Dienstag in Washington mitteilte. Es ist der zweite Anstieg der Teuerung in Folge, und er fiel stÀrker als erwartet aus. Analysten hatten im Schnitt nur mit einer Inflationsrate von 2,6 Prozent gerechnet. Im Mai hatte die Teuerung bei 2,4 Prozent gelegen.
Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise in der gröĂten Volkswirtschaft der Welt um 0,3 Prozent, nachdem sie im Vormonat um 0,1 Prozent zugelegt hatten. Volkswirte hatten damit gerechnet. Die Kerninflationsrate, bei der schwankungsanfĂ€llige Preise fĂŒr Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, stieg wie erwartet um 0,1 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent.
Angetrieben wurde die Teuerung unter anderem durch einen ĂŒberdurchschnittlichen Anstieg der Kosten fĂŒr das Wohnen. Auch Dienstleistungen wurden teurer als der Durchschnitt. Ein deutlicher RĂŒckgang wurde hingegen bei den Energiekosten und insbesondere bei den Kosten fĂŒr Benzin gemeldet.
Zwar scheinen preistreibende Effekte höherer Zölle allmĂ€hlich auf die Verbraucherebene durchzuschlagen, sagte Analyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-ThĂŒringen. Allerdings bleiben deutliche Zolleffekte nach EinschĂ€tzung von Experten weiter aus. "So betrug die Teuerung gegenĂŒber dem Vormonat 0,3 Prozent, was einem Durchschnittswert entspricht und nicht etwa als Zeichen eines hohen Inflationsdrucks gewertet werden kann", kommentierte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank.
Seit dem Amtsantritt von Donald Trump als US-PrĂ€sident im Januar verfolgte er eine aggressive Zollpolitik, die er im April noch einmal deutlich verschĂ€rfte. Beobachter hatten schon frĂŒher mit einem Anstieg der Inflation gerechnet.
Zuletzt hatten US-Unternehmen von steigenden Kosten berichtet. FĂŒr viele Experten ist es daher nur eine Frage der Zeit, bis die Firmen diese an ihre Kunden weitergeben und so die allgemeine Preisentwicklung verstĂ€rken.
Experte Dirk Chlench von der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg sieht aber vorerst keine Spur, dass die höheren Einfuhrzölle auf die allgemeine Inflationsentwicklung durchschlagen. "Somit dĂŒrfte insbesondere aus dem WeiĂen Haus der Druck auf die US-Notenbank zunehmen, ihren geldpolitischen Kurs zu lockern", sagte Chlench.
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