ROUNDUP, AuftrÀge

Erneut mehr AuftrÀge in der Industrie - Experte: mögliche Trendwende

05.06.2025 - 09:08:02

In der deutschen Industrie mehren sich Hinweise auf ein Ende der SchwÀchephase.

Im April haben die Industriebetriebe den zweiten Monat in Folge mehr AuftrĂ€ge verzeichnet. Im Monatsvergleich legten die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe um 0,6 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Der Zuwachs folgt auf einen krĂ€ftigen Anstieg im Monat zuvor, als Vorzieheffekte in Reaktion auf die angekĂŒndigten US-Zollerhöhungen die Zahl Bestellungen nach oben getrieben hatten.

Analysten wurden von dem erneuten Anstieg ĂŒberrascht. Sie hatten im April weniger AuftrĂ€ge erwartet und waren im Schnitt von einem RĂŒckgang um 1,5 Prozent ausgegangen. Allerdings wurde der Anstieg im MĂ€rz leicht nach unten korrigiert, auf 3,4 Prozent von zuvor 3,6 Prozent.

Im Jahresvergleich fiel die Entwicklung im April ebenfalls besser als erwartet aus. In dieser Betrachtung meldete das Bundesamt einen Anstieg um 4,8 Prozent, wÀhrend Analysten mit einem Plus von 3,9 Prozent gerechnet hatten.

"Hinter diesen fast unscheinbaren Zahlen verbirgt sich möglicherweise eine Trendwende fĂŒr die Industrie", kommentierte Analyst Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg. Seiner EinschĂ€tzung nach passen die Auftragsdaten zu anderen Indikatoren in jĂŒngster Zeit.

Die positive Entwicklung sei "wesentlich auf den deutlichen Anstieg im Bereich Herstellung von DatenverarbeitungsgerĂ€ten, elektronischen und optischen Erzeugnissen zurĂŒckzufĂŒhren", teilte Destatis mit. Aufgrund von mehreren GroßauftrĂ€gen habe es in diesem Bereich einen Anstieg um 21,5 Prozent im Monatsvergleich gegeben.

Außerdem meldet das Bundesamt mehr AuftrĂ€ge im sogenannten "Sonstigen Fahrzeugbau", der unter anderem Bestellungen von Flugzeugen und MilitĂ€rfahrzeuge umfasst. Dagegen habe es einen DĂ€mpfer beim Auftragseingang im Maschinenbau gegeben.

Zudem ist die Zahl der AuftrĂ€ge aus dem Ausland leicht gesunken, um 0,3 Prozent, wie aus der Mitteilung von Destatis weiter hervorgeht. Dem stehe ein Plus von 2,2 Prozent bei den AuftrĂ€gen aus dem Inland gegenĂŒber.

In einer Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums wird auf den weniger schwankungsanfÀlligen Dreimonatsvergleich verwiesen. Hier seien die AuftragseingÀnge im Vergleich zur Vorperiode um 0,5 Prozent gestiegen. "Angesichts der anhaltend hohen handelspolitischen Unsicherheit und der weiterhin gedÀmpften Unternehmensstimmung bleibt jedoch abzuwarten, ob die Industrienachfrage im Verlauf des zweiten Quartals insgesamt weiter zulegen kann", schreiben Experten des Bundeswirtschaftsministeriums.

@ dpa.de