Chemie, Deutschland

Energieverbrauch der deutschen Industrie steigt 2024 wieder

14.11.2025 - 10:02:56 | dpa.de

In der Energiekrise nach dem russischen Überfall auf die Ukraine hatten Branchen wie die Chemie ihre Produktion drosselt. Nun verbrauchen sie wieder mehr Strom und Gas. Auch andere Branchen legen zu.

Der Energieverbrauch der Industrie ist gestiegen - etwa in der Chemiebranche. (Symbolbild) - Foto: Uwe Anspach/dpa

Die deutsche Industrie hat 2024 nach zwei Jahren mit RĂŒckgĂ€ngen wieder mehr Energie verbraucht. Der Energiebedarf wuchs dem Statistischen Bundesamt zufolge um 1,9 Prozent gemessen am Vorjahr auf 3.343 Petajoule. Allerdings kommt der Anstieg von einem niedrigen Niveau aus: 2022 und 2023 war der Verbrauch um 9,1 Prozent beziehungsweise 7,8 Prozent eingebrochen.

Damals hatte gerade die energieintensive Industrie in der Energiekrise deutlich weniger produziert – Grund waren rasante Preisanstiege etwa fĂŒr Strom und Gas nach dem russischen Überfall auf die Ukraine. Im vergangenen Jahr stieg der Energiebedarf solcher Branchen, darunter Chemie, Metallerzeugung und Mineralölverarbeitung, wieder spĂŒrbar um 3,2 Prozent zum Vorjahr. 

Gas wichtigster EnergietrÀger der Industrie

Wie das Statistische Bundesamt weiter berichtete, blieb der wichtigste EnergietrĂ€ger in der Industrie 2024 Erdgas mit einem Anteil von fast einem Drittel (29,2 Prozent). Es folgten Strom mit gut einem FĂŒnftel (21,1 Prozent), Mineralöle und Mineralölprodukte (16,5 Prozent) sowie Kohle (14,5 Prozent). Den weitaus grĂ¶ĂŸten Teil Energie (89,5 Prozent) verwendete die Industrie zur Strom- und WĂ€rmeerzeugung – etwas mehr als im Vorjahr. 

Chemie grĂ¶ĂŸter Verbraucher

2024 entfiel fast 82 Prozent des industriellen Energieverbrauchs auf die energieintensiven Branchen. Am stĂ€rksten wuchs der Energiebedarf in der Chemie (plus 7,1 Prozent), dem grĂ¶ĂŸten Verbraucher unter allen Industriezweigen, sowie in der Mineralölverarbeitung (plus 5,4 Prozent). In der Chemie wurden allerdings ĂŒber ein Drittel der EnergietrĂ€ger als Ausgangsstoffe fĂŒr chemische Produkte eingesetzt. 

Vor allem die energieintensive Industrie leidet unter den im internationalen Vergleich hohen Energiepreisen in Deutschland. Die Bundesregierung will sie ab 2026 mit einem staatlich subventionierten Industriestrompreis entlasten.

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