Inflation bleibt hartnÀckig - Kerteuerung legt zu
02.05.2025 - 12:05:55Die Inflationsrate verharrte bei 2,2 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg nach einer ersten SchĂ€tzung mitteilte. Bereits im Vormonat waren die Verbraucherpreise im Jahresvergleich so stark gestiegen. Die Inflation in der Eurozone ist damit hartnĂ€ckiger als erwartet. Volkswirte hatten fĂŒr April mit einem erneuten RĂŒckgang der Inflationsrate gerechnet. Sie hatten im Schnitt 2,1 Prozent prognostiziert.
Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im April um 0,6 Prozent. Hier war ein Anstieg um 0,5 Prozent erwartet worden.
Der RĂŒckgang der Energiepreise setzte sich fort. Diese fielen im Jahresvergleich um 3,5 Prozent. Allerdings stiegen die Preise fĂŒr Dienstleistungen mit 3,9 Prozent noch stĂ€rker als im Vormonat. "Gestiegene Lohnkosten im Dienstleistungssektors werden an die Verbraucher weitergereicht", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank.
Die Kernteuerung, bei der schwankungsanfĂ€llige Preise fĂŒr Energie-, Nahrungs- und Genussmittel herausgerechnet werden, legte zu. Die Jahresrate stieg von 2,4 auf 2,7 Prozent. Die Kerninflation stellt die Preisentwicklung nach Meinung vieler Ăkonomen besser dar als die Gesamtrate und spielt auch fĂŒr die Geldpolitik der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) eine wichtige Rolle.
In Deutschland und in Spanien lagen die Inflationsraten ebenfalls bei 2,2 Prozent. In Italien betrug sie 2,1 Prozent. Besonders niedrig war sie in Frankreich, wo sie bei 0,8 Prozent liegt.
Die EZB strebt mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent fĂŒr die Eurozone an. Zuletzt hatte die Notenbank die Leitzinsen Mitte April um 0,25 Prozentpunkte gesenkt.
Angesichts der Gefahren fĂŒr das Wirtschaftswachstum durch die Zollpolitik der USA erwarten Ăkonomen weitere Zinssenkungen. Doch "die europĂ€ischen WĂ€hrungshĂŒter werden in Anbetracht der Teuerung im Dienstleistungssektor Vorsicht walten lassen", schreibt Gitzel. "Wir erachten die Kapitalmarkterwartungen eines Einlagensatzes von 1,5 Prozent zum Jahresende 2025 als zu ambitioniert." Gitzel erwartet im Juni noch eine Leitzinssenkung. Danach sieht er ein "sehr behutsames" Vorgehen der EZB.

