Russland evakuiert weiteren Kreis im Gebiet Kursk
15.08.2024 - 10:01:41In Sicherheit gebracht werden sollen die Menschen im Kreis Gluschkowski, wie der Gouverneur Alexej Smirnow mitteilte. In dem Kreis etwa zehn Kilometer von der ukrainischen Grenze waren vor Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine mehr als 17.500 Einwohner registriert. Smirnow meldete am Morgen auch erneut Luftalarm im Gebiet Kursk wegen drohender Raketenangriffe von ukrainischer Seite.
"Liebe Landsleute, ich bitte Sie, mit VerstÀndnis auf die aktuelle Lage zu reagieren und allen Empfehlungen der SicherheitskrÀfte und der örtlichen Behörden zu folgen", sagte Smirnow. Der Kreis Gluschkowski liegt rund 150 Kilometer von der Gebietshauptstadt Kursk entfernt. Menschen in anderen Regionen mit Luftalarm forderte Smirnow auf, sich in Schutzbunkern in Sicherheit zu bringen - oder in RÀumlichkeiten ohne Fenster.
Inzwischen sind laut Smirnow mehr als 120.000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Russland hat seine grenznahen Gebiete Kursk, Belgorod und Brjansk zu Zonen fĂŒr Anti-Terror-Operationen erklĂ€rt, damit setzt auch der MilitĂ€rapparat mehr Personal und Mittel ein. In der Region Belgorod stufte Moskau den Ausnahmezustand wie zuvor im Raum Kursk zu einem Notstand von nationaler Bedeutung hoch.
Selenskyj: Kiews Truppen beachten humanitÀres Recht
In Teilen des Gebiets Kursk gibt es nach Berichten von russischen MilitÀrbloggern schwere KÀmpfe zwischen Moskaus und Kiews Truppen. Die Ukraine hatte am 6. August eine Bodenoffensive auf russischem Gebiet gestartet - erstmals als Teil ihres Verteidigungskampfes gegen den russischen Angriffskrieg. Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj hatte betont, dass sich die Soldaten Kiews auf dem Gebiet in Russland an das internationale humanitÀre Recht halten.
Kiew hatte auch am Vortag ĂŒber Fortschritte bei der Offensive berichtet. ĂberprĂŒfbar sind die Angaben von unabhĂ€ngiger Seite nicht. Nach russischen MilitĂ€rangaben sollen rund 12.000 ukrainische Soldaten in das Gebiet eingefallen sein, darunter Söldner. Eine BestĂ€tigung dafĂŒr gibt es aus Kiew nicht.
Die Ukraine will nach Angaben Selenskyjs mit der Offensive den Druck auf Kriegsgegner Russland erhöhen, die KÀmpfe zu beenden und Friedensverhandlungen zu beginnen. Dagegen meldeten die russischen Truppen im ukrainischen Gebiet Donezk die Einnahme weiterer Ortschaften.

