Mehr Unternehmen wollen Stellen abbauen
19.12.2024 - 10:13:33Die Auswirkungen der anhaltenden Wirtschaftskrise auf den Arbeitsmarkt werden stĂ€rker. Das monatliche BeschĂ€ftigungsbarometer des MĂŒnchner Ifo-Instituts ist ein weiteres Mal gesunken. In diesem Monat liegt der Indexwert bei 92,4 Punkten, nach 93,3 Punkten im November. «Immer weniger Unternehmen bauen Personal auf», sagte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. «DafĂŒr steigt der Anteil der Betriebe, die ArbeitsplĂ€tze abbauen wollen.» Stellen abbauen wollen demnach vor allem die Industrie und der Handel.Â
Derzeit liegt das BeschĂ€ftigungsbarometer so tief wie zuletzt 2020 im ersten Corona-Jahr. Anders als zu Beginn der Pandemie handelt es sich in diesem Jahr aber nicht um einen schlagartigen Absturz, sondern um einen nahezu kontinuierlichen RĂŒckgang.Â
Abfrage bei 9.500 Unternehmen, kein Wirtschaftszweig positiv
Die Wirtschaftsforscher fragen monatlich rund 9.500 Unternehmen aus den vier groĂen Wirtschaftszweigen nach ihren BeschĂ€ftigungsplĂ€nen, neben Industrie und Handel noch Baubranche und Dienstleistungen. Das Institut errechnet dabei auch fĂŒr jeden Wirtschaftszweig den jeweiligen Saldo der BeschĂ€ftigungsplĂ€ne: Wollen mehr Firmen Personal ab- als aufbauen, ist der Saldo negativ, und je gröĂer Anteil der Firmen, die ihre Belegschaften reduzieren wollen, desto gröĂer das Minus. Derzeit ist der Saldo in allen vier Wirtschaftszweigen negativ.Â
Die Industrie rutschte im Dezember von minus 19,8 im Vormonat auf minus 22,8 Punkte, der Handel von minus 16,4 auf minus 16,6 Punkte. Bei Dienstleistern und Baufirmen hingegen ist der jeweilige Anteil der Firmen, die Personalabbau planen, mit minus 2,4 beziehungsweise minus 1,6 Punkten noch erheblich kleiner. Auf dem Bau ist damit trotz schlechter Auftragslage nach EinschĂ€tzung des Ifo-Instituts keine gröĂere Entlassungswelle zu erwarten.
Zu Wochenbeginn hatte das Ifo-Institut das GeschĂ€ftsklima fĂŒr den Dezember veröffentlicht, demzufolge der Pessimismus in der deutschen Wirtschaft weiter zugenommen hat.


