Wasserstoff-Elektrolyseure, Deutschland

Immer mehr Wasserstoff-Elektrolyseure geplant

24.04.2024 - 13:52:14 | dpa.de

In Deutschland sollen bis 2030 viele Anlagen zur Wasserstoff-Herstellung entstehen. PlÀne gibt es eine Menge, doch nur bei wenigen Anlagen ist der Bau final beschlossen, stellt eine neue Studie fest.

Ein Elektrolyseur fĂŒr die Herstellung von grĂŒnem Wasserstoff bei Air Liquide in Oberhausen. - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

In Deutschland werden immer mehr Elektrolyse-Anlagen geplant, die Wasserstoff mit Hilfe von Strom herstellen. Mittlerweile sind bis 2030 Elektrolyseure mit einer Leistung von 10,1 Gigawatt vorgesehen, wie aus einer vom Energiekonzern Eon vorgestellten Untersuchung des Energiewirtschaftlichen Instituts an der UniversitĂ€t zu Köln (EWI) hervorgeht. Werden alle diese Anlagen verwirklicht, wĂŒrde damit das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 eine Elektrolyseleistung von 10 Gigawatt in Deutschland zu installieren, erreicht. Bei einer Ă€hnlichen EWI-Analyse im August 2023 lag die bis 2030 geplante ErzeugungskapazitĂ€t noch bei 8,7 Gigawatt. Geplant werden die Anlagen vor allem in den norddeutschen BundeslĂ€ndern Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Eon: Nur wenige Projekte sind final beschlossen

Eon Ă€ußerte sich zurĂŒckhaltend zu den Zahlen. Es bestehe eine große Diskrepanz zwischen geplanten Projekten und finalen Investitionsentscheidungen, teilte Deutschlands grĂ¶ĂŸter Energieversorger und Verteilnetzbetreiber mit. «Von 88 angekĂŒndigten Projekten liegt nur fĂŒr 16 Projekte mit einer geplanten Erzeugungsleistung von insgesamt 0,3 Gigawatt eine finale Investitionsentscheidung vor – und damit fĂŒr nur rund drei Prozent der angekĂŒndigten ElektrolysekapazitĂ€t.» Als mögliche Hemmnisse fĂŒr endgĂŒltige InvestitionsbeschlĂŒsse sieht der Konzern etwa noch nicht ausreichende Fördermittel, strenge Auflagen oder verspĂ€tete Förderzusagen. «Zudem fehlen bisher Transport- und Speicherinfrastruktur.»

Installierte KapazitÀt in Deutschland erst 66 Megawatt

«Deutschland befindet sich beim Wasserstoffhochlauf erst am Anfang eines langen Weges», betonte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Wasserstofftochter Eon Hydrogen, GabriĂ«l Clemens. Der deutliche AufwĂ€rtstrend sehe in der Theorie zunĂ€chst gut aus. «In der Praxis sind wir von unserem Ziel noch weit entfernt.» Im Februar lag die bereits installierte ErzeugungskapazitĂ€t bei 66 Megawatt, das sind 0,066 Gigawatt.

Klimaneutral erzeugter Wasserstoff soll im kĂŒnftigen Wirtschaftssystem eine zentrale Rolle spielen. Als EnergietrĂ€ger soll er in neuen Gaskraftwerken Strom erzeugen, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. In der Industrie soll er etwa bei der Stahlherstellung Kohlenstoff ersetzen und so große Mengen klimaschĂ€dliches Kohlendioxid vermeiden. Abfallprodukt ist jeweils schlichtes Wasser.

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