Bundesbank: GeldfÀlscher bevorzugen gÀngige Scheine
25.07.2025 - 10:30:36FĂŒr Verbraucher wĂ€chst die Gefahr, gefĂ€lschte Geldscheine in die HĂ€nde zu bekommen. Im deutschen Zahlungsverkehr sind in der ersten JahreshĂ€lfte 8 Prozent mehr gefĂ€lschte Banknoten entdeckt worden als in den sechs Monaten zuvor, berichtet die Bundesbank.Â
Nach EinschĂ€tzung der Experten konzentrieren sich die FĂ€lscher noch eindeutiger als zuvor auf besonders gĂ€ngige Scheine. Am hĂ€ufigsten wurde erneut der 50-Euro-Schein nachgemacht, der mit knapp 18.800 StĂŒck nun auf 51 Prozent der entdeckten FĂ€lschungen kommt. Im Halbjahr zuvor waren es noch 44 Prozent. Auf den PlĂ€tzen folgen aktuell der 20er (21 Prozent) und der 100-Euro-Schein mit einem Anteil von 17 Prozent.
36.610 BlĂŒten bedeuten im Vergleich zum vorhergehenden Halbjahr einen Anstieg um 8 Prozent. Weil gleichzeitig die Kriminellen im Durchschnitt kleinere Banknoten fĂ€lschten, stieg die Schadenssumme nur um 1,6 Prozent auf 2,13 Millionen Euro.
Kaum noch falsche 500er
Und obwohl es sich fĂŒr FĂ€lscher kaum zu lohnen scheint, gab es mit 585 StĂŒck auch mehr als doppelt so viele BlĂŒten in einem Nennwert von 5 Euro statt solche mit 500 Euro. Von dem gröĂten, nur selten im Alltag genutzten Schein des Bargeld-Systems fielen nur noch 287 FĂ€lschungen auf - natĂŒrlich mit einem weit gröĂeren Schaden als bei den FĂŒnfern.Â
Mehr falsche Geldscheine als in der ersten JahreshĂ€lfte 2025 wurden zuletzt im ersten Halbjahr 2024 entdeckt und davor in der zweiten JahreshĂ€lfte 2016. Es sei fĂŒr die BĂŒrger aber weiterhin sehr unwahrscheinlich, in Deutschland mit Falschgeld in BerĂŒhrung zu kommen, versichert Burkhard Balz, im Bundesbank-Vorstand unter anderem zustĂ€ndig fĂŒr Bargeld. «Rein rechnerisch entfielen neun falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner.» Der europaweite Vergleichswert betrug im vergangenen Jahr 13 falsche Noten pro 10.000 Einwohner.Â
Serbischer Hochzeitsbrauch
Bei einer Grenzkontrolle und damit auĂerhalb des hier berichteten Zahlungsverkehrs haben Polizisten mehr als 5.500 gefĂ€lschte 200-Euro-Noten sichergestellt. Die Kontrollierten hatten auch eine GeldzĂ€hlmaschine dabei und erzĂ€hlten, dass sie die BlĂŒten fĂŒr einen serbischen Hochzeitsbrauch benötigten. Dabei werde das Brautpaar mit Falschgeld beworfen, ehe man dann echtes Geld als eigentliches Geschenk ĂŒbergebe. Die Beamten gingen hingegen davon aus, dass die falschen Scheine bei einer Betrugsmasche eingesetzt werden sollten.Â
BlĂŒten nicht einfach weitergeben
Die BĂŒrger sollten trotz geringer Fallzahlen die Augen offenhalten: Denn Falschgeld wird nicht ersetzt. Wer es annimmt, bleibt auf dem Schaden sitzen. Die Bundesbank warnt eindringlich vor dem Versuch, die falschen Scheine schnell noch jemand anderem anzudrehen, weil dies eine Straftat mit bis zu fĂŒnf Jahren Haft darstellt. Stattdessen sollten die BlĂŒten bei der Bundesbank oder Polizei abgegeben werden.Â
Viele der FĂ€lschungen seien sehr leicht zu erkennen, sagen die Experten der Notenbanken und Polizei. Die hĂ€ufig im Internet bestellten Geldscheine tragen keine Sicherheitsmerkmale und sind zusĂ€tzlich mit Hinweisen wie «MovieMoney oder «PropCopy» versehen. Bundesbank und Polizei raten dazu, Banknoten vor der Annahme nach dem Prinzip «FĂŒhlen-Sehen-Kippen» zu ĂŒberprĂŒfen. Damit können auch qualitativ hochwertigere BlĂŒten entlarvt werden.Â
Falsche MĂŒnzen leicht erkennbar
Fast doppelt so hĂ€ufig wie falsche Scheine fallen nachgemachte MĂŒnzen auf. Auch hier stieg die Fallzahl, und zwar um 12 Prozent auf mehr 68.400 StĂŒck, wie die Bundesbank berichtet. Davon entfielen rund 91 Prozent oder 62.400 StĂŒck auf die gröĂte EinzelmĂŒnze im Wert von 2 Euro. Unterhalb von 50 Cent fielen gar keine FĂ€lschungen auf.
VerlĂ€ssliche Anzeichen fĂŒr falsche MĂŒnzen sind verschwommene Bilder sowie unregelmĂ€Ăige RandprĂ€gungen. Wer stĂ€ndig einen Magneten dabeihat, kann die MĂŒnzen auch damit testen: Echte MĂŒnzen sind laut Bundesbank nur leicht magnetisch, gefĂ€lschte hingegen meist gar nicht oder sehr stark.





