Deutschland, Homeoffice

Deutschland liegt beim Homeoffice weit vorne

02.05.2025 - 10:47:58

In einem internationalen Ranking verpasst die Bundesrepublik einen Treppchenplatz knapp. Entscheidend ist laut den Wirtschaftsforschern dabei, wie die jeweilige Gesellschaft der LĂ€nder tickt.

Mit 1,6 Tagen pro Woche arbeiten deutsche Akademiker im internationalen Vergleich ĂŒberdurchschnittlich viel aus dem Homeoffice. In einer Befragung in 40 LĂ€ndern ermittelte das MĂŒnchner Ifo-Institut einen globalen Durchschnittswert von 1,2 Tagen - wohlgemerkt nicht fĂŒr alle Arbeitnehmer, sondern bei Menschen mit Hochschulabschluss. 

Ein Trend zurĂŒck in die BĂŒros zeigte sich dabei nicht. «Trotz prominenter Beispiele von Unternehmen, die ihre BeschĂ€ftigten zurĂŒck ins BĂŒro holen, zeigen unsere Ergebnisse, dass die Homeoffice-Quote seit 2023 international stabil ist», sagt Ifo-Forscher Mathias Dolls. 

Den höchsten Homeofficeanteil unter VollzeitbeschĂ€ftigten ermittelten die Wirtschaftsforscher mit 1,9 Tagen in Kanada. Dahinter folgen das Vereinigte Königreich mit 1,8 und Finnland mit 1,7 Tage. Auf 1,6 Tage kamen - außer Deutschland - auch die USA und Indien, wobei der Anteil in den USA beim Blick auf die weiteren Nachkommastellen etwas höher als in Deutschland ist. 

SĂŒdkorea und China hinten

Am wenigsten aus dem Homeoffice gearbeitet wird der Studie zufolge in SĂŒdkorea mit 0,5 Tagen, China und Griechenland mit 0,6 Tagen sowie Japan mit 0,7 Tagen. In den deutschen NachbarlĂ€ndern variieren die Werte - von 0,9 Tagen in DĂ€nemark ĂŒber 1,0 in Frankreich, 1,1 in Polen, 1,2 in Österreich und 1,3 in Tschechien bis zu 1,4 in den Niederlanden. Belgien, Luxemburg und die Schweiz waren nicht Teil der Erhebung. 

Dass sich die Homeoffice-Nutzung zwischen den LĂ€ndern unterscheidet, liege laut einer frĂŒheren Studie vor allem daran, «wie wichtig IndividualitĂ€t in einer Gesellschaft» sei, sagt Doll. «Das geht in der Regel mit einem höheren Vertrauen zwischen BeschĂ€ftigten und Arbeitgebern einher. Die IndividualitĂ€t ist in den englischsprachigen LĂ€ndern besonders ausgeprĂ€gt und erklĂ€rt ihre SpitzenplĂ€tze.» Auch Irland und Neuseeland liegen ĂŒber dem globalen Durchschnitt. 

Kinder machen einen Unterschied - das Geschlecht nicht

Wie hĂ€ufig von Zuhause gearbeitet wird, hĂ€ngt der Studie zufolge auch von der Lebenssituation der Arbeitnehmer ab. BeschĂ€ftigte mit Kindern teilen ihre Arbeitswoche demnach hĂ€ufiger zwischen dem Homeoffice und dem Standort des Arbeitgebers auf, wĂ€hrend BeschĂ€ftigte ohne Kinder hĂ€ufiger entweder vollstĂ€ndig remote oder vollstĂ€ndig vor Ort arbeiten. Große Unterschiede zwischen MĂ€nnern und Frauen fanden die Forscher nicht. 

FĂŒr die Studie wurden von November 2024 bis Februar 2025 in 40 LĂ€ndern mehrere Zehntausend Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren befragt.

@ dpa.de