Indiens Bauern wollen in Neu-Delhi protestieren
21.02.2024 - 13:34:17Zehntausende Landwirte warteten am Mittwoch auf das Ergebnis einer weiteren GesprĂ€chsrunde zwischen ihren AnfĂŒhrern und der indischen Regierung. Sie fordern garantierte Mindestpreise fĂŒr einige Agrarprodukte und mehr finanzielle UnterstĂŒtzung.
Die Bauern warteten laut örtlichen Medien auf den mit Zementblöcken, EisentrĂ€gern und provisorischen Barrikaden versperrten StraĂen, die nach Neu-Delhi fĂŒhren, unter anderem an der Shambhu-Grenze zwischen den Bundesstaaten Punjab und Haryana, wo sie an ihrem Zug auf die Hauptstadt gehindert wurden. Die Landwirte hatten ihrerseits Bagger, SandsĂ€cke, Handschuhe und Masken mitgebracht. Einige von ihnen trugen demnach kugelsichere Westen. Wie "India Today" berichtete, waren die SicherheitskrĂ€fte an den Absperrungen mit Elektroschockern, TrĂ€nengasgranaten und Smogmasken ausgerĂŒstet. Mithilfe von Drohnen soll auch TrĂ€nengas auf Demonstranten abgeworfen worden sein.
Ihren Protestmarsch auf Neu-Delhi haben die Landwirte bereits in der vergangenen Woche begonnen, wurden allerdings von den Behörden teils unter Einsatz von TrĂ€nengas immer wieder blockiert. Nachdem vier GesprĂ€chsrunden zu keinem Durchbruch gefĂŒhrt hatten, erklĂ€rten Vertreter der Bauern, dass der Marsch am Mittwoch fortgesetzt werden solle.
"Wir wollen, dass der Premierminister unser verfassungsmĂ€Ăiges Recht auf Protest schĂŒtzt", sagte der Vorsitzende der Bauerngewerkschaft Sarvan Singh Pandher. "Ăffnen Sie die Grenzen und lassen Sie uns friedlich protestieren."
Die Regierung des indischen Premierministers Narendra Modi will eine politische Schlappe wie in den Jahren 2020 und 2021 verhindern. Damals hatten Tausende von Bauern monatelang rund um die Hauptstadt gegen eine Gesetzesreform zur Liberalisierung des Agrarmarktes protestiert - mit Erfolg. Der aktuelle Protest findet nur wenige Monate vor den Parlamentswahlen in Indien statt.

