EU-weit, Lebensmittel

Deutsche geben EU-weit am wenigsten fĂŒr Lebensmittel aus

20.08.2024 - 13:56:46

In keinem anderen EU-Land geben die Verbraucher einer Untersuchung zufolge einen so geringen Teil ihres Einkommens fĂŒr Lebensmittel, Gesundheit und Pflege aus wie in Deutschland.

Trotz der gestiegenen Preise war der Anteil von diesen Ausgaben am privaten Konsum im vergangenen Jahr mit 13,4 Prozent niedriger als in allen ĂŒbrigen 26 Staaten. Das geht aus einer Studie des Marktforschungsinstituts NIQ hervor.

"In Deutschland sind die Durchschnittseinkommen hoch. Zudem ist der Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel so heftig wie kaum anderswo, das drĂŒckt die Preise. Die sind wegen der hohen Inflation zuletzt zwar gestiegen, aber immer noch vergleichsweise niedrig", sagte NIQ-Einzelhandelsexperte Filip Vojtech.

Verbraucherinnen und Verbraucher achteten zuletzt stÀrker auf Preise und griffen hÀufiger zu Angeboten. Nach Angaben von NIQ verzeichnete Deutschland in Westeuropa mit einem Anstieg von 14 Prozent den stÀrksten Zuwachs an AngebotskÀufen.

Nur jeder vierte Euro in Deutschland fließt in den Einzelhandel

Vergleicht man, wie viel Geld die Menschen insgesamt in GeschÀften ausgaben, belegt Deutschland laut Studie ebenfalls den letzten Platz. In der Bundesrepublik floss 2023 nur gut jeder vierte Euro in den Einzelhandel, EU-weit jeder dritte, in osteuropÀischen LÀndern wie Ungarn und Bulgarien sogar fast jeder zweite.

Wegen der höheren Kaufkraft geben Haushalte in Deutschland einen geringeren Teil des Einkommens fĂŒr Lebensmittel, Kleidung und andere GĂŒter aus, so Vojtech. DafĂŒr seien Lebenshaltungskosten fĂŒr Wohnen und Energie höher. Außerdem werde mehr Geld fĂŒr Dienstleistungen und FreizeitaktivitĂ€ten ausgegeben, dazu fließe mehr in Ersparnisse und Finanzanlagen.

Der Anteil des Einzelhandels am privaten Konsum sank 2023 in der EU erneut. Den Marktforschern zufolge ist dies auf eine Normalisierung des Konsumverhaltens zurĂŒckzufĂŒhren. WĂ€hrend der Corona-Pandemie hĂ€tten Verbraucher ihr Geld hauptsĂ€chlich im Einzelhandel ausgegeben, weil kulturelle AktivitĂ€ten, Events und Reisen oft nicht möglich gewesen seien, sagte NIQ-Studienleiter Philipp Willroth. "Dieser Effekt kehrt sich jetzt wieder um, denn die EuropĂ€er haben Nachholbedarf und wollen wieder mehr erleben und reisen."

@ dpa.de