KORREKTUR, Zahl

KORREKTUR: Zahl der Senioren mit Grundsicherung steigt

04.07.2024 - 11:00:34

(In Überschrift und im 1. Absatz wurde prĂ€zisiert, dass es um Senioren beziehungsweise Menschen im Rentenalter geht - nicht nur Rentner.

Im 2. Absatz wurde eine entsprechende ErlĂ€uterung ergĂ€nzt. Außerdem wurden im 4. und 5. Absatz weitere ErlĂ€uterungen ergĂ€nzt.)

BERLIN (dpa-AFX) - Immer mehr Menschen im Rentenalter sind in Deutschland auf Sozialhilfe angewiesen. Im ersten Quartal 2024 bezogen 719.330 Senioren die sogenannte Grundsicherung im Alter. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts auf Anfrage der BSW-Gruppe im Bundestag hervor, die der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" vorliegen.

Der Übersicht zufolge ist das ein Höchstwert und ein Anstieg um knapp 35.000 im Vergleich zum MĂ€rz 2023. Seit 2015 gab es einen Anstieg um rund 40 Prozent (511.915). Die Zahlen enthalten dabei Rentner, die Grundsicherung zusĂ€tzlich zu ihrer Altersrente beziehen, weil diese zu niedrig ist - aber auch Menschen ohne Rentenbezug.

BSW-Chefin Sahra Wagenknecht sagte der Zeitung: "Das Allzeithoch bei der Altersarmut ist das nĂ€chste Armutszeugnis fĂŒr die Ampel." Die Entwicklung zeige, "dass das deutsche Rentensystem viele alte Menschen zu entwĂŒrdigender Armut verdammt".

Schon im MĂ€rz war bekanntgeworden, dass die Zahl der Altersrentnerinnen und -rentner, die zusĂ€tzlich Grundsicherung beziehen, in den vergangenen Jahren gestiegen war - von rund 414.000 Ende 2020 auf 469.000 im vergangenen September. Eine Sprecherin der Deutschen Rentenversicherung erlĂ€uterte damals, dass dieser Zuwachs hauptsĂ€chlich auf die Auswirkungen einer Freibetragsregelung zurĂŒckzufĂŒhren sei. Diese war mit der Anfang 2021 gestarteten Grundrente eingefĂŒhrt worden. Das Ziel war, dass Menschen mit besonders geringem Lohn AltersbezĂŒge ĂŒber der Grundsicherung erhalten.

Wer mindestens 33 Jahre BeitrĂ€ge fĂŒr BeschĂ€ftigung, Erziehung oder Pflege geleistet, aber besonders wenig verdient hat, kann seit Januar 2021 einen zusĂ€tzlichen Freibetrag bei der Beantragung von Leistungen der Grundsicherung im Alter geltend machen. So sind 2021 bis zu 223 Euro der Rente bei der Grundsicherung anrechnungsfrei geblieben, 2023 bis zu 251 Euro. "Wer also mit seinem Einkommen bisher knapp ĂŒber einem Grundsicherungsanspruch lag, kann durch den neuen (jĂ€hrlich steigenden) Freibetrag anspruchsberechtigt werden", sagte die Sprecherin.

@ dpa.de