Industrie-Jobkrise: 177.000 Stellen verloren bis Dezember 2025
Veröffentlicht am: 15.07.2026 um 22:52 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Unternehmensleitung des Sensorherstellers Sick hat die GesprĂ€che mit der Arbeitnehmerseite ĂŒber eine Betriebsvereinbarung beendet. Damit bleibt die Zukunft von rund 500 BeschĂ€ftigten am Stammsitz in Waldkirch ungewiss.
Massiver Stellenabbau in SĂŒdbaden
Bereits Mitte April hatte Sick angekĂŒndigt, rund 500 der 5.000 Stellen in SĂŒdbaden streichen zu wollen. Unternehmenschef Mats Gökstorp begrĂŒndete den Schritt mit massiven wirtschaftlichen Herausforderungen. Die nun geplatzten Verhandlungen sollten eigentlich die Rahmenbedingungen fĂŒr den Abbau festlegen und soziale HĂ€rten abfedern.
Durch das Scheitern der GesprĂ€che verschĂ€rft sich die Lage fĂŒr die Belegschaft. Das Unternehmen pocht auf die Notwendigkeit der Anpassungen. Die Arbeitnehmerseite fordert dagegen verlĂ€ssliche Perspektiven fĂŒr die verbleibenden Angestellten.
Welle der Unruhe in der Industrie
Die Entwicklung bei Sick ist kein Einzelfall. Besonders deutlich wurde die angespannte Stimmung am 14. Juli bei ZF Friedrichshafen. Dort musste eine Betriebsversammlung mit mehr als 4.500 Teilnehmern abgebrochen werden, nachdem die Stimmung wegen geplanter KĂŒrzungen ĂŒbertariflicher Leistungen eskaliert war. Die PersonalvorstĂ€ndin wurde ausgebuht.
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ZF verzeichnete fĂŒr 2025 einen Verlust von 2,1 Milliarden Euro â eine Verdopplung zum Vorjahr. In Deutschland plant der Konzern den Abbau von bis zu 14.000 Stellen. Besonders umstritten ist die Streichung der âZeppelin-Zulageâ. FĂŒr rund 7.500 Mitarbeiter wĂŒrde das GehaltseinbuĂen von mehreren hundert Euro pro Monat bedeuten.
Industrie verliert Hunderttausende Jobs
Die Krise erfasst die gesamte Branche. Laut Bundesagentur fĂŒr Arbeit verlor die deutsche Industrie bis Dezember 2025 insgesamt 177.000 sozialversicherungspflichtige ArbeitsplĂ€tze. Der Maschinenbau verbuchte ein Minus von 28.000 Stellen. Die Automobilindustrie und ihre Zulieferer verloren 52.000 Jobs.
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Auch bei Volkswagen drohen massive Einschnitte. Bis zu vier Werke in Deutschland könnten ab 2031 schlieĂen. Weltweit wĂ€ren bis zu 100.000 Stellen betroffen. Experten warnen vor einem Dominoeffekt: Jeder gestrichene Job bei einem groĂen Hersteller gefĂ€hrde drei bis fĂŒnf weitere Stellen bei Zulieferern.
Ungewisse Zukunft fĂŒr Sick-BeschĂ€ftigte
FĂŒr die Mitarbeiter in Waldkirch bedeutet der Verhandlungsstopp zunĂ€chst eine Fortdauer der Unsicherheit. Ob und wann die GesprĂ€che wieder aufgenommen werden, ist offen. Parallel dazu besiegelte Mitte Juli Thyssenkrupp Polysius in Neubeckum den Abbau von 430 Stellen durch einen Interessenausgleich und Sozialplan.
