Industrie-Stagnation, PMI

Industrie-Stagnation: PMI fällt auf 50,1 – Aufträge brechen ein

02.06.2026 - 10:22:39 | boerse-global.de

Der Einkaufsmanagerindex fällt auf 50,1 Punkte, Aufträge sinken und Kosten steigen. Auch die Inflation geht leicht zurück.

Industrie-Stagnation: PMI fällt auf 50,1 – Aufträge brechen ein - Bild: über boerse-global.de
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Der Einkaufsmanagerindex fiel im Mai auf 50,1 Punkte – ein Wert, der praktisch Stillstand bedeutet. Neue Aufträge gingen erstmals seit Jahresbeginn zurück, während die Produktionskosten weiter steigen.

Auftragseinbruch und Stellenabbau belasten die Industrie

Noch im April lag der PMI bei 51,4 Zählern. Der Rückgang auf 50,1 signalisiert das Ende der zaghaften Erholung. Besonders besorgniserregend: Die Unternehmen bauen so viele Stellen ab wie seit über einem Jahr nicht mehr. Schuld sind explodierende Kosten und die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten, wie Branchenanalysten berichten.

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Der gesamte Euroraum spürt den Gegenwind. Zwar liegt der regionale PMI mit 51,6 Punkten noch knapp über der Wachstumsschwelle, doch die Vorleistungspreise steigen so stark wie zuletzt im Mai 2022. Diese Kosten geben die Unternehmen an ihre Kunden weiter – die Verkaufspreise kletterten so kräftig wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr.

Inflation gibt leicht nach – Energie bleibt teuer

Eine überraschende Gegenbewegung gibt es bei den Verbraucherpreisen. Die Teuerungsrate sank im Mai auf 2,6 Prozent, nach 2,9 Prozent im April. Das zeigen vorläufige Daten des Statistischen Bundesamtes.

Energie bleibt der größte Preistreiber, auch wenn sich der Anstieg etwas abgeschwächt hat. Im Jahresvergleich kostete Energie 6,6 Prozent mehr – im April waren es noch 10,1 Prozent. Die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel lag bei 2,5 Prozent. Dienstleistungen verteuerten sich um 3,1 Prozent, Nahrungsmittel legten nur marginal um 0,4 Prozent zu. Zum Vormonat sanken die Verbraucherpreise sogar um 0,2 Prozent.

Staat gibt aus – Wirtschaft spart

Das Ifo-Institut diagnostiziert eine wachsende Kluft zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft. Im ersten Quartal 2026 erhöhte der Staat seine Ausgaben um 1,14 Prozent zum Vorquartal. Die privaten Investitionen schrumpften dagegen um 0,12 Prozent.

Ifo-Präsident Clemens Fuest schlägt Alarm: Seit 2015 seien die Staatsausgaben um 30 Prozent gestiegen, während die privaten Investitionen auf dem Niveau von vor zehn Jahren verharrten. „Diese Entwicklung droht in höheren Steuern und Sozialabgaben zu münden“, warnt Fuest. Am Ende stehe die Attraktivität des Standorts Deutschland auf dem Spiel.

Stimmung in den Regionen auf Tiefstand

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Die Unternehmen blicken so pessimistisch in die Zukunft wie lange nicht. Die IHK Mainz-Rheinhessen meldet für den Frühsommer einen Geschäftsklimaindex von nur 81 Punkten – schlechter als während der Corona-Pandemie. Fast 68 Prozent der Betriebe in der Region sehen Energie- und Rohstoffpreise als größtes Risiko, sechs Prozent fürchten sogar die Insolvenz.

Ähnlich düster ist die Lage am Rhein. Die IHK Köln verzeichnet einen Wert von 85,2 Punkten – deutlich unter der Wachstumsschwelle. Die Hälfte der Industriebetriebe in der Domstadt meldet sinkende Aufträge, die Kapazitätsauslastung fiel auf 73,1 Prozent. Jedes vierte Unternehmen plant Stellenstreichungen.

Selbst die Schweizer Industrie bleibt nicht verschont. Der Raiffeisen-KMU-PMI fiel im Mai auf 48,4 Punkte – erstmals in diesem Jahr unter der Wachstumsschwelle. Nur noch 15 Prozent der exportorientierten Klein- und Mittelbetriebe rechnen in der zweiten Jahreshälfte mit einer Erholung.

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