Infineon, Stellen

Infineon will 1400 Stellen streichen und Jobs verlagern

05.08.2024 - 11:04:17 | dpa.de

Infineon kommt nur zĂ€h aus der Krise und will Tausende Jobs abbauen oder in BilliglohnlĂ€nder verlagern. Zumindest in Deutschland soll das ohne betriebsbedingte KĂŒndigungen gehen.

  • Infineon will weltweit Jobs abbauen oder in billigere LĂ€nder verlagern. - Foto: Robert Michael/dpa
    Infineon will weltweit Jobs abbauen oder in billigere LĂ€nder verlagern. - Foto: Robert Michael/dpa
  • Deutschlands grĂ¶ĂŸter Chiphersteller Infineon kommt nur zĂ€h aus der Krise. - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Deutschlands grĂ¶ĂŸter Chiphersteller Infineon kommt nur zĂ€h aus der Krise. - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Der schwĂ€chelnde Chiphersteller Infineon will 1400 Jobs streichen und weitere 1400 in billigere LĂ€nder verlagern. Zuvor hatte das Unternehmen aus Neubiberg bei MĂŒnchen fĂŒr das abgelaufene dritte Quartal seines GeschĂ€ftsjahres (bis 30.9.) Zahlen vorgelegt, die zeigen, dass der Konzern nur langsam aus der aktuellen Krise kommt. So sind Ergebnis und Umsatz im Vergleich zum zweiten Quartal zwar leicht gestiegen, vom Niveau des Vorjahres sind sie aber noch weit entfernt. Insbesondere der Gewinn brach mit einem RĂŒckgang um gut die HĂ€lfte auf 403 Millionen Euro ein.

Dass das aktuelle Programm zur Steigerung der WettbewerbsfĂ€higkeit auch Jobs kosten wĂŒrde, war bereits bekannt. Unklar war, wie viele Jobs wegfallen wĂŒrden. Wo genau sie gestrichen oder verlagert werden, sagte Infineon-Chef Jochen Hanebeck nicht. Man wolle zuerst die Mitarbeiter informieren, erklĂ€rte der Manager. Betriebsbedingte KĂŒndigungen in Deutschland schloss er aus. Die Maßnahmen seien «ein schwieriger Schritt», den sich das Management «nicht leichtgemacht» habe.

Garantie fĂŒr Standort Regensburg

Bereits seit einigen Monaten ist bekannt, dass in Regensburg eine mittlere dreistellige Zahl an Jobs abgebaut werden soll. Sie sind Teil der nun genannten Gesamtwerte. Der Abbau in der bayerischen Stadt betrifft vor allem einen Fertigungsbereich. Insgesamt bleibe Regensburg ein zentraler Standort», betonte Hanebeck. Man richte ihn stĂ€rker auf Innovation aus. Damit sei er «fĂŒr viele Jahre gesichert». Zum Standort Dresden sagte der Infineon-Chef, dass dort weiter Jobs aufgebaut wĂŒrden. 

Die Verlagerung von 1400 Jobs betrifft laut Hanebeck alle «HochlohnlĂ€nder» von Nordamerika bis Asien. In allererster Linie gingen sie in gĂŒnstigere LĂ€nder, in denen Infineon bereits jetzt aktiv ist. 

Infineon leidet aktuell - wie weite Teile der Chipindustrie - unter schwacher Nachfrage nach seinen Produkten. Nach dem Chipmangel in den vergangenen Jahren hat sich die Lage gedreht: Hatten Handel und Kunden damals teils lange im Voraus bestellt und LagerbestĂ€nde aufgebaut, werden diese seit einiger Zeit wieder heruntergefahren und Chips kurzfristiger bestellt, weil es keine Probleme mehr mit der VerfĂŒgbarkeit gibt. 

MĂ€rkte erholen sich nur langsam

Infineon-Chef Jochen Hanebeck sprach von einem herausfordernden Marktumfeld. «Die Erholung in unseren ZielmĂ€rkten schreitet nur langsam voran.» Diese Entwicklung belastet auch Infineon. Der Konzern musste zuletzt mehrfach seine Prognose senken und auch im dritten Quartal blieb er beim Umsatz mit 3,7 Milliarden Euro etwas unter den Erwartungen. FĂŒr das vierte Quartal erwartet er 4 Milliarden Euro Umsatz, fĂŒr das laufende Jahr insgesamt 15 Milliarden. 2024 sei ein Übergangsjahr, betonte der Infineon-Chef. Man sehe inzwischen eine Bodenbildung im Zyklus. «Der grĂ¶ĂŸte Teil der Korrektur liegt hinter uns», sagte er. 

An der Börse kamen die Nachrichten von Infineon indes gut an. Nachdem das Papier am Morgen zunÀchst schwach gestartet war, drehte die Aktie gegen den allgemeinen Trend ins Plus. Nach einigem Auf und Ab stand zum Handelsschluss ein Plus von 1,3 Prozent. Das Papier hat allerdings in den vergangenen zwei Monaten bereits deutlich an Wert verloren. 

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