Inflation in Deutschland steigt im September auf 3,3 Prozent
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 08:56 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEnergiepreise und Tankrabatt prägen September
- Die Verbraucherpreise lagen im September 3,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.
- Für Kraftstoffe und Haushaltsenergie zahlten Verbraucher 14,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
- Der Tankrabatt senkt die Steuern auf Sprit vom 1. Oktober bis Jahresende um rund 17 Cent je Liter.
Die Inflationsrate in Deutschland ist im September erstmals seit Ende 2023 über die Marke von drei Prozent gestiegen.
Höchster Wert seit Dezember 2023
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, verteuerten sich Waren und Dienstleistungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,3 Prozent. Damit bestätigte die Behörde vorläufige Daten; höher hatte die Rate zuletzt im Dezember 2023 mit 3,7 Prozent gelegen.
Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise von August auf September um 0,6 Prozent. Bereits im August hatte die Teuerungsrate bei 2,9 Prozent gelegen.
Kraftstoff und Heizöl besonders teuer
Die Energiepreise zogen im September den dritten Monat in Folge an. Der Anstieg von 14,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat war der höchste seit Februar 2023.
Kraftstoffe verteuerten sich binnen Jahresfrist um 37,1 Prozent, leichtes Heizöl um fast 75 Prozent. Auch Brennholz, Holzpellets und andere feste Brennstoffe kosteten 15,6 Prozent mehr. Strom wurde dagegen um 5,5 Prozent günstiger, Erdgas ohne Betriebskosten um 2,8 Prozent und Fernwärme um 1,0 Prozent.
Nahrungsmittel steigen nur moderat
Die Preise für Nahrungsmittel legten insgesamt lediglich um 0,4 Prozent zu. Eier verteuerten sich um 15,2 Prozent, frisches Gemüse um 12 Prozent.
Speisefette und Speiseöle wurden um 15 Prozent günstiger, darunter Butter um 29,5 Prozent. Auch frisches Obst kostete 4,9 Prozent weniger als im September des Vorjahres.
Tankrabatt soll Preisdruck dämpfen
Dienstleistungen verteuerten sich um 2,7 Prozent, Nettokaltmieten um 1,9 Prozent. Die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie blieb wie im August bei 2,4 Prozent.
Mit dem Tankrabatt sinken die Steuern auf Benzin und Diesel vom 1. Oktober bis zum Jahresende um rund 17 Cent je Liter. Volkswirte erwarten dadurch eine Dämpfung der Inflationsrate um etwa 0,2 Prozentpunkte.
Prognosen bleiben über dem EZB-Ziel
Für 2026 rechnen Prognosen trotz der Maßnahme mit dem sechsten Jahr in Folge, in dem die Inflationsrate in Deutschland über zwei Prozent liegt. In der Eurozone stieg die Teuerung im September auf 3,8 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit drei Jahren.
Energiepreise treiben die Teuerung
Der Anstieg der Inflationsrate wird derzeit vor allem von Energie bestimmt. Kraftstoffe und Heizöl wirken unmittelbar auf Haushalte, zugleich verteuern höhere Transport- und Produktionskosten viele weitere Waren. Dass sich die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel bei 2,4 Prozent hält, deutet darauf hin, dass der Preisschub nicht alle Bereiche gleich stark erfasst.
Tankrabatt mit begrenzter Wirkung
Der von Oktober bis Jahresende geltende Tankrabatt soll die Belastung an den Zapfsäulen dämpfen. Seine Wirkung bleibt jedoch auf Kraftstoffe beschränkt und kann internationale Ölpreissprünge nicht dauerhaft ausgleichen. Für Haushalte mit Auto dürfte die Entlastung spürbar sein, sie verändert aber nicht die allgemeine Kostenentwicklung bei Heizenergie oder Dienstleistungen.
Folgen für Kaufkraft und Geldpolitik
Eine Inflationsrate von 3,3 Prozent schmälert die Kaufkraft, wenn Einkommen und Transferleistungen langsamer steigen. Besonders betroffen sind Menschen mit hohem Energieverbrauch und geringem finanziellen Spielraum. Bleibt der Preisdruck in mehreren Euroländern erhöht, gerät zugleich die Europäische Zentralbank stärker in den Zielkonflikt zwischen Inflationsbekämpfung und der Unterstützung der Konjunktur.
