Inflation Deutschland, Energiepreise

Inflation in Deutschland steigt im September auf 3,3 Prozent

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 08:56 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Energiepreise haben die Teuerung in Deutschland im September auf den höchsten Stand seit Dezember 2023 getrieben. Der Tankrabatt soll die Belastung an den Zapfsäulen bis Jahresende begrenzen.

  • Seit Monaten sind hohe Preise für Benzin und Diesel eine Belastung für viele Verbraucher in Deutschland. (Archivbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa
    Seit Monaten sind hohe Preise für Benzin und Diesel eine Belastung für viele Verbraucher in Deutschland. (Archivbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa
  • Der Tankrabatt soll Autofahrer angesichts hoher Spritpreise vorübergehend entlasten. (Archivbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa
    Der Tankrabatt soll Autofahrer angesichts hoher Spritpreise vorübergehend entlasten. (Archivbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa
  • Die Preise für Nahrungsmittel steigen seit Monaten nur moderat. (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
    Die Preise für Nahrungsmittel steigen seit Monaten nur moderat. (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa
Seit Monaten sind hohe Preise für Benzin und Diesel eine Belastung für viele Verbraucher in Deutschland. (Archivbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa Der Tankrabatt soll Autofahrer angesichts hoher Spritpreise vorübergehend entlasten. (Archivbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa Die Preise für Nahrungsmittel steigen seit Monaten nur moderat. (Archivbild) - Bild: Jan Woitas/dpa

Energiepreise und Tankrabatt prägen September

  • Die Verbraucherpreise lagen im September 3,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.
  • Für Kraftstoffe und Haushaltsenergie zahlten Verbraucher 14,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
  • Der Tankrabatt senkt die Steuern auf Sprit vom 1. Oktober bis Jahresende um rund 17 Cent je Liter.

Die Inflationsrate in Deutschland ist im September erstmals seit Ende 2023 über die Marke von drei Prozent gestiegen.

Höchster Wert seit Dezember 2023

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, verteuerten sich Waren und Dienstleistungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,3 Prozent. Damit bestätigte die Behörde vorläufige Daten; höher hatte die Rate zuletzt im Dezember 2023 mit 3,7 Prozent gelegen.

Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise von August auf September um 0,6 Prozent. Bereits im August hatte die Teuerungsrate bei 2,9 Prozent gelegen.

Kraftstoff und Heizöl besonders teuer

Die Energiepreise zogen im September den dritten Monat in Folge an. Der Anstieg von 14,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat war der höchste seit Februar 2023.

Kraftstoffe verteuerten sich binnen Jahresfrist um 37,1 Prozent, leichtes Heizöl um fast 75 Prozent. Auch Brennholz, Holzpellets und andere feste Brennstoffe kosteten 15,6 Prozent mehr. Strom wurde dagegen um 5,5 Prozent günstiger, Erdgas ohne Betriebskosten um 2,8 Prozent und Fernwärme um 1,0 Prozent.

Nahrungsmittel steigen nur moderat

Die Preise für Nahrungsmittel legten insgesamt lediglich um 0,4 Prozent zu. Eier verteuerten sich um 15,2 Prozent, frisches Gemüse um 12 Prozent.

Speisefette und Speiseöle wurden um 15 Prozent günstiger, darunter Butter um 29,5 Prozent. Auch frisches Obst kostete 4,9 Prozent weniger als im September des Vorjahres.

Tankrabatt soll Preisdruck dämpfen

Dienstleistungen verteuerten sich um 2,7 Prozent, Nettokaltmieten um 1,9 Prozent. Die Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie blieb wie im August bei 2,4 Prozent.

Mit dem Tankrabatt sinken die Steuern auf Benzin und Diesel vom 1. Oktober bis zum Jahresende um rund 17 Cent je Liter. Volkswirte erwarten dadurch eine Dämpfung der Inflationsrate um etwa 0,2 Prozentpunkte.

Prognosen bleiben über dem EZB-Ziel

Für 2026 rechnen Prognosen trotz der Maßnahme mit dem sechsten Jahr in Folge, in dem die Inflationsrate in Deutschland über zwei Prozent liegt. In der Eurozone stieg die Teuerung im September auf 3,8 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit drei Jahren.

Energiepreise treiben die Teuerung

Der Anstieg der Inflationsrate wird derzeit vor allem von Energie bestimmt. Kraftstoffe und Heizöl wirken unmittelbar auf Haushalte, zugleich verteuern höhere Transport- und Produktionskosten viele weitere Waren. Dass sich die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel bei 2,4 Prozent hält, deutet darauf hin, dass der Preisschub nicht alle Bereiche gleich stark erfasst.

Tankrabatt mit begrenzter Wirkung

Der von Oktober bis Jahresende geltende Tankrabatt soll die Belastung an den Zapfsäulen dämpfen. Seine Wirkung bleibt jedoch auf Kraftstoffe beschränkt und kann internationale Ölpreissprünge nicht dauerhaft ausgleichen. Für Haushalte mit Auto dürfte die Entlastung spürbar sein, sie verändert aber nicht die allgemeine Kostenentwicklung bei Heizenergie oder Dienstleistungen.

Folgen für Kaufkraft und Geldpolitik

Eine Inflationsrate von 3,3 Prozent schmälert die Kaufkraft, wenn Einkommen und Transferleistungen langsamer steigen. Besonders betroffen sind Menschen mit hohem Energieverbrauch und geringem finanziellen Spielraum. Bleibt der Preisdruck in mehreren Euroländern erhöht, gerät zugleich die Europäische Zentralbank stärker in den Zielkonflikt zwischen Inflationsbekämpfung und der Unterstützung der Konjunktur.

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