Inklusionscampingplatz: 35,5 Mio. Euro Projekt am Störmthaler See
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 21:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Leipziger Neuseenland ist der Startschuss für ein touristisches Bauprojekt gefallen, das soziale Inklusion und moderne Freizeitgestaltung miteinander verbindet. Am Südufer des Störmthaler Sees in der Gemeinde Großpösna wurde der offizielle Spatenstich für einen Inklusionscampingplatz vollzogen.
Das Vorhaben des Städtischen Eigenbetriebs Behindertenhilfe (SEB) Leipzig und der Gemeinde gilt aufgrund seiner Konzeption als deutschlandweit bisher einmaliges Pilotprojekt dieser Größenordnung.
Barrierefreie Architektur und Dorfstruktur
Das Areal umfasst eine Fläche von rund 7 Hektar und wird nach einer speziellen dreigliedrigen Dorfstruktur gestaltet. Ziel der Planung ist es, eine Umgebung zu schaffen, die den Anforderungen von Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen gerecht wird. Das Bauprojekt sieht die Errichtung von barrierefreien Ferienhäusern sowie sogenannten Tiny-Häusern vor, die durch klassische Stellplätze für Camper ergänzt werden.
Ein zentrales Element des Vorhabens ist die Integration von Wohngruppen der Eingliederungshilfe direkt auf dem Gelände. Damit soll am Südufer des Sees nicht nur ein temporärer Erholungsort, sondern auch ein dauerhafter Lebensraum geschaffen werden. Diese enge Verzahnung von touristischer Nutzung und sozialer Infrastruktur markiert einen neuen Ansatz in der Regionalentwicklung des Landkreises Leipzig und des Freistaates Sachsen.
Finanzierung durch Mittel des Strukturwandels
Am Südufer des Störmthaler Sees entsteht auf rund 7 Hektar ein Inklusionscampingplatz, den der Bund mit 33,75 Mio. Euro aus Strukturwandelmitteln nach dem InvKG fördert — ein Pilotprojekt dieser Größenordnung, das Maßstäbe für Sozialimmobilien in Braunkohleregionen setzt. Wer ähnliche Vorhaben plant, findet in diesem kostenlosen Leitfaden die Förderlogik, die Baukonzeption und die Finanzierungswege im Detail. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern
Die wirtschaftliche Bedeutung des Projekts spiegelt sich in dem veranschlagten Investitionsvolumen wider. Die Gesamtkosten für den Bau des Inklusionscampingplatzes belaufen sich auf rund 35,5 Mio. Euro. Die Finanzierung wird dabei maßgeblich durch öffentliche Mittel getragen, wobei der Bund den Hauptanteil übernimmt. Insgesamt 33,75 Mio. Euro werden aus Mitteln für den Strukturwandel der Braunkohleregionen zur Verfügung gestellt.
Diese Förderung erfolgt auf Basis des Investitionsgesetzes Kohleregionen (InvKG). Ziel dieser Mittel ist es, den wirtschaftlichen Wandel in ehemaligen Tagebaugebieten durch die Förderung nachhaltiger und zukunftsweisender Infrastrukturprojekte zu unterstützen. Die verbleibende Differenz der Projektkosten wird durch den Freistaat Sachsen finanziert.
Zeitplan bis zur Eröffnung
Viele Investoren in ehemaligen Tagebaugebieten scheuen Sozialprojekte, weil Förderfähigkeit und Planungssicherheit schwer einzuschätzen sind — der Inklusionscampingplatz am Störmthaler See zeigt, wie die Kombination aus InvKG-Mitteln, Landesbeteiligung und einem klaren Nutzungskonzept diese Unsicherheit auflöst. Der Leitfaden ordnet ein, welche Kriterien den Ausschlag geben. Leitfaden zur Förderfähigkeit jetzt sichern
Nach dem nun erfolgten Baubeginn im September 2026 gehen die Arbeiten in die aktive Phase über. Die Projektbeteiligten rechnen damit, dass die baulichen Maßnahmen und die Gestaltung der Außenanlagen bis Ende 2028 abgeschlossen sein werden.
Mit der geplanten Fertigstellung wird erwartet, dass der Inklusionscampingplatz eine überregionale Strahlkraft entwickelt und als Vorbild für ähnliche inklusive Tourismusprojekte in Deutschland dienen kann. Die Lage im ehemaligen Tagebaugebiet unterstreicht zudem den fortschreitenden Wandel der Region hin zu einem Standort für sozialen und ökologischen Tourismus.
