Sorge, Grönland

Sorge um Grönland: Nato-Vertreter planen Angebot an Trump

31.01.2025 - 05:29:48

Innerhalb der Nato wird geplant, US-PrÀsident Donald Trump eine deutliche Ausweitung der alliierten MilitÀrprÀsenz in der Arktis vorzuschlagen.

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus BĂŒndniskreisen erfuhr, gibt es die Hoffnung, damit die Diskussion um die Zugehörigkeit von Grönland zu DĂ€nemark entschĂ€rfen zu können. Hintergrund ist, dass Trump sein Interesse an der grĂ¶ĂŸten Insel der Welt insbesondere mit amerikanischen Sicherheitsinteressen begrĂŒndet.

Die Sicherheitsinteressen der USA könnten auch durch eine deutlich stĂ€rkere Nato-PrĂ€senz in der Region befriedigt werden, heißt es aus der MilitĂ€rallianz. Zumal sich natĂŒrlich auch die Amerikaner an der verstĂ€rkten PrĂ€senz beteiligen könnten. GrundsĂ€tzlich gelte, dass sich Trump angesichts russischer und chinesischer AktivitĂ€ten in der Arktis zu Recht Sorgen um Grönland mache.

Strategisch interessant ist Grönland unter anderem wegen seines Rohstoffreichtums und als Basis fĂŒr die militĂ€rische Kontrolle der Arktis. Zudem werden Schifffahrtsrouten mit dem zunehmenden Klimawandel zumindest im Sommer zugĂ€nglicher.

Basis könnten neue VerteidigungsplÀne sein

Nach Angaben aus BĂŒndniskreisen ist die Initiative fĂŒr Trump derzeit Thema in informellen GesprĂ€chen. Basis fĂŒr die verstĂ€rkte PrĂ€senz könnten demnach bereits 2023 verabschiedete neue VerteidigungsplĂ€ne sein. Diese als geheim eingestuften Dokumente sehen ohnehin eine VerstĂ€rkung der Abschreckungs- und VerteidigungsfĂ€higkeiten auch im hohen Norden vor.

Die USA betreiben schon heute auf Basis von Abkommen mit DĂ€nemark die Pituffik Space Base auf Grönland. Diese unterstĂŒtzt unter anderem Raketenwarnsysteme sowie Raketenabwehr- und WeltraumĂŒberwachungsmissionen. DarĂŒber hinaus sind auch dĂ€nische StreitkrĂ€fte prĂ€sent - vor allem ĂŒber das Arktische Kommando in Nuuk.

Trump-Äußerungen beĂ€ngstigen Alliierte

FĂŒr Aufsehen und Sorgen sorgt Trumps Interesse an Grönland vor allem, weil er zuletzt auch militĂ€rischen und wirtschaftlichen Zwang nicht ausschloss, um Kontrolle ĂŒber die grĂ¶ĂŸte Insel der Erde zu erlangen, die zwar weitgehend autonom ist, offiziell aber zum Königreich DĂ€nemark gehört. Der Nato-Partner DĂ€nemark verweist darauf, dass die GrönlĂ€nder selbst ĂŒber ihre Zukunft und ihre mögliche UnabhĂ€ngigkeit vom dĂ€nischen Königreich entscheiden. MinisterprĂ€sidentin Mette Frederiksen fĂŒhrte zuletzt zahlreiche KrisengesprĂ€che mit den Staats- und Regierungschefs von anderen europĂ€ischen Nato-Staaten. Die grönlĂ€ndische Regierung betont derweil immer wieder, weder dĂ€nisch noch amerikanisch sein zu wollen, sondern grönlĂ€ndisch.

FĂŒr die Nato ist die Grönland-Debatte höchst brisant. Einerseits muss das BĂŒndnis um seine GlaubwĂŒrdigkeit fĂŒrchten, wenn ein fĂŒhrendes Mitglied auf einmal androht, sich durch Zwangsanwendung Gebiete eines anderen Staates einzuverleiben - vor allem auch mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und Chinas AnsprĂŒche auf Taiwan. Andererseits wĂ€re es fĂŒr die Nato ein Super-GAU, wenn die USA im Streit ĂŒber ein solches Thema aus dem BĂŒndnis austreten wĂŒrden, weil die Abschreckung der Nato vor allem auf dem Atomwaffenarsenal und der StĂ€rke der konventionellen StreitkrĂ€fte der USA beruht.

Ob die Planungen fĂŒr ein Angebot an Trump umgesetzt werden können, wird nach Angaben von Diplomaten unter anderem davon abhĂ€ngen, ob es dem Republikaner wirklich vornehmlich um die amerikanischen Sicherheitsinteressen in der Region geht. Sollten auch die Rohstoffvorkommen eine Rolle spielen, könnte die Initiative demnach zum Scheitern verurteilt sein.

@ dpa.de