ISO, Arbeitsschutz-Norm

ISO 45001: Arbeitsschutz-Norm wird 2027 für Homeoffice reformiert

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 12:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die ISO 45001 wird 2027 überarbeitet: Erweiterte Führungsrollen, psychologische Sicherheit und mobile Arbeitsplätze rücken in den Mittelpunkt des Arbeitsschutzes.

ISO 45001: Neue Arbeitsschutz-Norm für 2027 mit Fokus auf Führung und Homeoffice
Ein Team in einem modernen Bürogebäude bespricht bei natürlichem Licht Aspekte des Arbeitsschutzes und der Sicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die internationale Norm für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SGA), die ISO 45001, steht vor einer bedeutenden Aktualisierung. Wie am 17. August 2026 bekannt wurde, ist die Veröffentlichung einer revidierten Fassung für das Jahr 2027 geplant.

Die Zertifizierungsgesellschaft GUTcert informierte über die anstehenden Anpassungen, die darauf abzielen, das Managementsystem an die veränderten Bedingungen der modernen Arbeitswelt anzupassen. Die Revision adressiert dabei sowohl kulturelle Aspekte der Unternehmensführung als auch die zunehmende Flexibilisierung von Arbeitsorten.

Erweiterter Leadership-Begriff und neue Meldekultur

Ein wesentlicher Schwerpunkt der geplanten Revision für 2027 liegt auf der Stärkung der Führungskultur innerhalb von Organisationen. Der Begriff Leadership soll im Rahmen der neuen Normvorgaben erweitert werden. Ein zentrales Ziel sei es, ein betriebliches Umfeld zu etablieren, in dem die Meldung von Vorfällen, Beinaheunfällen oder Gefährdungen ohne die Angst vor Repressalien möglich ist.

Experten zufolge ist diese psychologische Sicherheit eine Grundvoraussetzung für ein funktionierendes SGA-Managementsystem. Nur wenn Mitarbeiter darauf vertrauen können, dass ihre Hinweise zu Verbesserungen führen, statt zu persönlichen Nachteilen, ließen sich Risiken frühzeitig erkennen und minimieren. Damit rückt die soziale Nachhaltigkeit und die interne Kommunikationskultur stärker in den Fokus der Auditierung.

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Fokus auf Well-being und hybride Arbeitsmodelle

Die Überarbeitung der ISO 45001 trägt zudem der fortschreitenden Transformation der Arbeitswelt Rechnung. Ein zentrales Aspekt der Neuerungen ist die explizite Berücksichtigung von Remote-Arbeit und hybriden Arbeitsmodellen.

Während der klassische Arbeitsschutz traditionell auf feste Betriebsstätten fokussiert war, müssen Unternehmen künftig nachweisen, wie sie die Sicherheit und Gesundheit ihrer Beschäftigten auch im Homeoffice oder bei mobiler Tätigkeit sicherstellen.

Eng damit verknüpft ist das Thema Well-being. Die Revision sieht vor, das ganzheitliche Wohlbefinden der Belegschaft stärker zu gewichten. Dies umfasst nicht mehr nur den Schutz vor physischen Unfällen, sondern auch die Prävention psychischer Belastungen, die durch entgrenzte Arbeitszeiten oder die Isolation in der Fernarbeit entstehen können. Damit reagiert die Normungsorganisation auf den steigenden Bedarf an umfassenden Gesundheitskonzepten in einer digitalisierten Wirtschaft.

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Systematisches Änderungsmanagement als neuer Standard

Strukturell wird die ISO 45001 um einen spezifischen Paragrafen zum Änderungsmanagement ergänzt. Diese Neuerung soll Unternehmen dazu verpflichten, Veränderungen in betrieblichen Abläufen, bei der Einführung neuer Technologien oder bei organisatorischen Umstrukturierungen systematisch auf ihre Auswirkungen für den Arbeitsschutz zu prüfen.

Ziel ist ein proaktiver Ansatz, der sicherstellt, dass SGA-Aspekte bereits in der Planungsphase von Innovationen oder Prozessänderungen berücksichtigt werden.

Informationsangebote zur praktischen Umsetzung

Um Unternehmen frühzeitig auf die Umstellung vorzubereiten, bietet die GUTcert weiterführende Informationen an. Für den 08.10.2026 ist ein Webinar geplant, das sich mit der praktischen Umsetzung der Revision befasst. In der Zeit von 10 bis 12 Uhr sollen die Neuerungen im Detail erläutert werden.

Die Teilnahmegebühr für dieses Informationsformat beträgt laut Veranstalter 150 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Interessierte Kreise können sich so über die konkreten Schritte zur Anpassung ihrer bestehenden Managementsysteme informieren, um den Anforderungen der kommenden Normfassung im Jahr 2027 gerecht zu werden.

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