Netanjahu: Neues Geisel-Abkommen nicht um jeden Preis
01.02.2024 - 06:07:35 | dpa.deMan arbeite an einem neuen Rahmenabkommen zur Freilassung der von der islamistischen Hamas im Gazastreifen noch festgehaltenen israelischen Geiseln, "aber ich betone - nicht um jeden Preis", sagte Netanjahu am Mittwochabend, wie die Zeitung "Times of Israel" berichtete. "Wir haben rote Linien", sagte Netanjahu demnach und bekrĂ€ftigte vorherige Aussagen, wonach Israel den Krieg nicht beenden, seine Truppen nicht aus dem Gazastreifen abziehen und fĂŒr einen Geisel-Deal nicht "Tausende Terroristen" aus israelischen GefĂ€ngnissen freilassen werde.
Der Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad, David Barnea, habe den Ministern des Kriegskabinetts am Montag laut dem Sender Channel 12 GrundzĂŒge eines möglichen Abkommens mitgeteilt, darunter die Freilassung von 35 weiblichen, kranken, verletzten sowie Ă€lteren Geiseln in einer ersten Phase, in der die KĂ€mpfe fĂŒr 35 Tage pausieren sollten, hieĂ es. Danach solle es eine weitere einwöchige Feuerpause geben, in der die UnterhĂ€ndler versuchen wĂŒrden, auch junge MĂ€nner und Geiseln, die von der Hamas als Soldaten bezeichnet werden, freizubekommen. Die Zeitung "Washington Post" hatte zuvor berichtet, der in Paris ausgehandelte Entwurf sehe vor, dass zunĂ€chst alle aus Israel entfĂŒhrten Zivilisten wĂ€hrend einer sechswöchigen Feuerpause freigelassen werden.
FĂŒr eine Geisel wĂŒrden demnach drei palĂ€stinensische HĂ€ftlinge aus israelischen GefĂ€ngnissen entlassen werden, hieĂ es weiter. Dem US-Bericht zufolge sind die ModalitĂ€ten noch unklar, welche HĂ€ftlinge entlassen werden und wer das bestimmen kann. Bis Mittwochabend habe die Hamas bisher nicht auf den Entwurf reagiert, berichtete die "Times of Israel. Es werde erwartet, dass die Hamas ihre Antwort ĂŒber Katar ĂŒbermitteln wird. Ein bislang ungelöster zentraler Streitpunkt sei die Forderung der Hamas, dass das Abkommen einen dauerhaften Waffenstillstand vorsieht, was Israel ausgeschlossen hat. Netanjahu hat immer wieder bekrĂ€ftigt, Israel werde an seinen Zielen festhalten, die Hamas zu zerstören und sicherzustellen, dass von Gaza keine Bedrohung mehr fĂŒr Israel ausgeht.
Die Hamas hatte bei ihrem beispiellosen Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober mehr als 250 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. SchÀtzungen zufolge befinden sich noch mehr als 130 Menschen in ihrer Gewalt. Israel geht davon aus, dass 27 von ihnen nicht mehr leben.
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