IW-Studie, Staatsausgaben

IW-Studie: Staat trägt Deutschlands Wachstum seit 2020 allein

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 06:32 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft kommt zu dem Ergebnis, dass Deutschlands Wirtschaft zwischen 2020 und 2025 nur durch den staatlichen Beitrag gewachsen ist. Zugleich gingen private Investitionen deutlich zurück.

IW-Studie: Wachstum nur dank höherer Staatsausgaben
Industrieanlagen (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die deutsche Wirtschaft ist zwischen 2020 und 2025 nach einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Durchschnitt um 0,2 Prozent pro Jahr gewachsen. Den gesamten Wachstumsbeitrag habe der Staat geleistet, während Unternehmen und private Haushalte zusammengenommen keinen Beitrag erbracht hätten.

Staatliche Ausgaben tragen das Wachstum

Das geht aus einer noch unveröffentlichten Studie des Kölner Instituts hervor, über die die Süddeutsche Zeitung berichtet. Ohne Konjunkturprogramme sowie staatliche Ausgaben für Bundeswehr, Klimaschutz und Infrastruktur wäre das Bruttoinlandsprodukt demnach geschrumpft.

Belastet wurde die private Wirtschaftsleistung vor allem durch rückläufige Unternehmensinvestitionen. Ausgaben für Wohn- und Gewerbebauten, Maschinen und Fahrzeuge gingen zurück. Geschäftseinbrüche in der Pandemie, Lieferkettenprobleme, unsichere Finanzierungsbedingungen, Handelskonflikte und geopolitische Schocks wie der russische Überfall auf die Ukraine wirkten sich dabei negativ aus.

Öffentliche Investitionen steigen, private sinken

Ein Lichtblick waren laut Studie die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie für Software und Datenbanken. Insgesamt lagen die öffentlichen Investitionen im zweiten Quartal 2026 preisbereinigt gut 20 Prozent über dem Jahresdurchschnitt von 2019. Die privatwirtschaftlichen Investitionen lagen dagegen mehr als zehn Prozent darunter.

IW-Konjunkturexperte Michael Grömling warnt, eine solche Entwicklung sei für eine marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung auf Dauer nicht normal. Wenn Maschinen und Anlagen nicht ausreichend modernisiert würden, schwäche das die Produktionsmöglichkeiten und den Wohlstand über Jahre. Neben staatlichen Investitionen und Konsumausgaben, etwa für Bildung, seien deshalb zusätzliche Wachstumsimpulse aus der privaten Investitionstätigkeit erforderlich.

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