Ifo-Institut: Bei 'verlÀsslicherer Wirtschaftspolitik' mehr Wachstum
12.12.2024 - 10:38:21Sollten die richtigen wirtschaftspolitischen Weichen gestellt werden, könnte 2025 ein Wachstum von 1,1 Prozent erreicht werden. Sollte die deutsche Wirtschaft ihre strukturellen Herausforderungen aber nicht bewÀltigen, seien nur 0,4 Prozent zu erwarten.
"Im Moment ist noch nicht klar, ob es sich bei der derzeitigen Stagnationsphase um eine vorĂŒbergehende SchwĂ€che oder um eine dauerhafte und damit schmerzhafte VerĂ€nderung der Wirtschaft handelt", sagt Ifo-Konjunkturchef Timo WollmershĂ€user. Im optimistischeren Szenario trĂ€gt "eine verlĂ€sslichere Wirtschaftspolitik" dazu bei, dass die Industrie ihre ProduktionskapazitĂ€ten wieder ausweitet, mehr investiert und weniger ArbeitsplĂ€tze abbaut. In diesem Szenario wĂŒrden auch die Arbeitsanreize verbessert, insgesamt mehr Menschen arbeiten und die BeschĂ€ftigten mehr arbeiten. Dies wĂŒrde dann den privaten Konsum stĂ€rken und fĂŒr eine geringere Sparquote sorgen.
Deutschlands Industrie hat an WettbewerbsfÀhigkeit verloren
Zuletzt habe sich der deutsche Export immer mehr von der weltwirtschaftlichen Entwicklung entkoppelt - die Industrie habe spĂŒrbar an WettbewerbsfĂ€higkeit verloren. "Entscheidend wird sein, ob die exportorientierte deutsche Wirtschaft wieder vom Wachstum in anderen LĂ€ndern profitieren kann", sagt WollmershĂ€user. Das Ifo-Institut prognostiziert 2025 und 2026 jeweils 1,2 Prozent Wachstum im Euroraum, 2,5 Prozent in den USA und gut 4 Prozent in China.
Im pessimistischeren Szenario gibt es eine schleichende Deindustrialisierung. Industrieunternehmen verlagern Produktion und Investitionen ins Ausland. Aufgrund des Strukturwandels weg von der Industrie hin zu mehr Dienstleistungen bleibt das ProduktivitÀtswachstum schwach, mit einem zeitweisen Anstieg der Arbeitslosigkeit ist zu rechnen. Leichte Wachstumsimpulse gehen von einer langsamen Erholung des privaten Konsums und der Baukonjunktur aus.
Konjunkturell belaste die schlechte Auftragslage, sagt WollmershĂ€user. Mittlerweile aber sei die Kaufkraft zurĂŒckgekehrt. Die Inflation dĂŒrfte nĂ€chstes Jahr auf 2,3 Prozent und 2026 auf 2,0 Prozent zurĂŒckgehen.

