ROUNDUP, Baerbock

Baerbock und Cameron zu KrisengesprÀchen in Israel

17.04.2024 - 11:20:07

JERUSALEM - Vor dem Hintergrund eines drohenden FlĂ€chenbrandes in Nahost nach dem iranischen Angriff hat Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) in Israel mit ihrem britischen Kollegen David Cameron KrisengesprĂ€che begonnen.

(Neu: Treffen mit Netanjahu)

JERUSALEM (dpa-AFX) - Vor dem Hintergrund eines drohenden FlĂ€chenbrandes in Nahost nach dem iranischen Angriff hat Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) in Israel mit ihrem britischen Kollegen David Cameron KrisengesprĂ€che begonnen. In Jerusalem traf die GrĂŒnen-Politikerin am Mittwoch nach Angaben des AuswĂ€rtigen Amtes mit Cameron StaatsprĂ€sident Izchak Herzog. Die weiteren GesprĂ€chstermine wollten Baerbock und Cameron getrennt, aber inhaltlich abgestimmt absolvieren. Zu Beginn der GesprĂ€che hĂ€tten sich die beiden zur aktuellen Lage ausgetauscht, hieß es weiter. Es ist der siebte Israel-Besuch Baerbocks seit dem TerrorĂŒberfall der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober.

Israels PrĂ€sident sprach nach Angaben seines BĂŒros von einer "warmen Diskussion" mit Baerbock und Cameron. "Wir danken Großbritannien und Deutschland dafĂŒr, dass sie stark an der Seite Israels stehen angesichts des verwerflichen Angriffs des Irans", sagte Herzog. "Die ganze Welt muss entschieden und standhaft gegen die Bedrohung vorgehen, die das iranische Regime darstellt, das die StabilitĂ€t in der ganzen Region untergraben will." Israel sei eindeutig verpflichtet, sein Volk zu verteidigen.

Die Bundesaußenministerin traf auch ihren israelischen Kollegen Israel Katz. Der Besuch fand vor dem Hintergrund der Ă€ußerst angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten nach dem iranischen Großangriff auf Israel am Wochenende statt. Die Sorge ist groß, dass sich der Konflikt bei einem harten israelischen Gegenschlag weiter ausbreiten könnte.

Doch auch die BemĂŒhungen um die Freilassung der Geiseln aus den HĂ€nden der Hamas und die humanitĂ€re Lage der notleidenden Zivilbevölkerung im Gazastreifen, wo Israel die Islamisten bekĂ€mpft, waren Themen in Jerusalem. "Die sofortige RĂŒckkehr aller Geiseln, die von der Hamas in Gaza festgehalten werden, hat fĂŒr uns - und die internationale Gemeinschaft - weiter höchste PrioritĂ€t", sagte Herzog nach Angaben seines BĂŒros weiter. Gleichzeitig erhöhe man "dramatisch" die humanitĂ€ren Hilfsleistungen fĂŒr die Zivilbevölkerung im Gazastreifen. Baerbock hatte Israel in den vergangenen Wochen wiederholt aufgefordert, mehr Hilfslieferungen nach Gaza zuzulassen.

Baerbock traf am Mittwoch auch mit MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu zusammen. Sie wollte zudem mit Benny Gantz sprechen, der Mitglied des israelischen Kriegskabinetts ist. Netanjahu hatte am Dienstag nach Angaben des israelischen Kan-Senders bei einem Treffen mit Ministern seiner Likud-Partei gesagt: "Wir werden auf den Iran reagieren, aber man muss es klug anstellen und nicht aus dem Bauch heraus. Sie mĂŒssen nervös sein, so wie sie uns nervös gemacht haben."

Irans PrÀsident Ebrahim Raisi hatte Israel dagegen erneut vor einem militÀrischen Gegenangriff gewarnt. "Die kleinste Aktion (Israels) gegen die nationalen Interessen des Irans wird umfangreiche und schmerzhafte Konsequenzen haben", sagte er in einem Telefonat mit Katars Emir Hamad Al Thani laut dem Webportal seines PrÀsidialamts.

Baerbock war zuletzt Ende MĂ€rz in Israel. Am Mittwochnachmittag wollte sie zum Treffen der G7-Außenminister der Runde wirtschaftsstarker Demokratien nach Italien weiterreisen. Auch dort dĂŒrfte es um Nahost gehen, aber auch um mögliche Hilfen fĂŒr die Ukraine, die sich seit mehr als zwei Jahren im russischen Angriffskrieg verteidigt.

Italien fĂŒhrt derzeit den Vorsitz in der G7-Gruppe. Weitere Mitglieder sind Deutschland, die USA, Kanada, Großbritannien, Japan und Frankreich.

@ dpa.de