HĂ€user mit schlechter Energiebilanz verlieren an Wert
02.06.2023 - 11:14:10Teure Energie und Unsicherheit um das geplante Heizungsgesetz fĂŒhren laut einer Studie zu wachsenden PreisabschlĂ€gen fĂŒr HĂ€user mit schlechter Energiebilanz.
Die Schere beim Marktwert zwischen sehr energieeffizienten Wohnimmobilien und GebĂ€uden mit schlechter Energiebilanz öffne sich weiter, heiĂt es in einer neuen Analyse des Immobilienspezialisten Jones Lang LaSalle (JLL), fĂŒr die rund 5000 Angebotsdaten von MehrfamilienhĂ€usern ausgewertet wurden. EigentĂŒmern drohen demnach PreisabschlĂ€ge von fast 30 Prozent in der Spitze. Zuvor hatte das «Handelsblatt» darĂŒber berichtet.
Im ersten Quartal lagen JLL zufolge die Angebotspreise fĂŒr MehrfamilienhĂ€user der schlechtesten Energieklassen G und H im Schnitt rund 28 Prozent unter denen der besten Energieklassen A sowie A+. Ein Jahr zuvor habe der Unterschied gut ein FĂŒnftel (21,6 Prozent) betragen, zeigt die veröffentlichte Analyse.
Gemessen am Vorquartal ist der Preisabschlag fĂŒr Objekte mit der schlechtesten Energieeffizienz damit noch einmal spĂŒrbar um rund 3,6 Prozentpunkte ausgehend von damals 24,5 Prozent gewachsen. Auch im Durchschnitt ĂŒber die einzelnen Energieeffizienzklassen hat sich der Abschlag um rund 2,6 Prozentpunkte vergröĂert, so JLL.
Thema Energieeffizienz wird wichtiger
«Mit dem starken Anstieg der Energiepreise im Jahr 2022 hat das Thema Energieeffizienz von GebĂ€uden bei Investoren noch einmal deutlich an Relevanz gewonnen», sagte JLL-Experte Roman Heidrich. Zum einen sei bei energetisch schlechteren Immobilien mit niedrigeren Mieteinnahmen und einer schlechteren Handelbarkeit am Markt zu rechnen. Zum anderen sei mit dem geplanten Gesetz zum Heizungsaustausch eine heftige Diskussion ĂŒber die ZukunftsfĂ€higkeit von energetisch besonders schlechten Bestandsobjekten entbrannt. Die Unsicherheit schlage sich in der Nachfrage nach solchen Objekten und damit im Preis nieder.
Auch andere Makler hatten zuletzt beobachtet, dass nicht nur die gestiegenen Zinsen ImmobilienkĂ€ufer umtreiben, sondern auch erhöhte Energie-Anforderungen mit dem Heizungsgesetz. Ăltere Bestandsbauten mit geringer Energieeffizienz hĂ€tten es zunehmend schwer - zumal der Immobilienmarkt ohnehin unter Druck steht und die Preise bröckeln.
Nach Ansicht von Helge Scheunemann, Head of Research JLL Deutschland, spricht viel dafĂŒr, dass die Preisdifferenzierung nach Energieklasse ein dauerhafter Trend ist. Zum einen sei der GebĂ€udesektor fĂŒr die Klimaziele besonders relevant. «Zum anderen erwarten wir, dass die Baukosten mittelfristig auf hohem Niveau bleiben.» Der starke Anstieg der Baukosten habe zu höheren Kosten fĂŒr energetische Sanierungen gefĂŒhrt. Das mache sich beim Marktpreis bemerkbar, so Scheunemann.


