Mieten, Deutschland

Immobilienpreise sinken kaum noch - Mieten steigen

10.08.2023 - 09:02:43

KÀufer von Wohnungen und HÀusern haben zuletzt von teils deutlich gefallenen Preisen profitiert. Neue Daten deuten darauf hin, dass das nicht so weitergeht. Die Mieten steigen erneut krÀftig - besonders in Berlin.

Nach spĂŒrbaren RĂŒckgĂ€ngen sinken die Preise fĂŒr Wohnimmobilien in Deutschland kaum noch. Das zeigen neue Zahlen des Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp), der die wichtigsten Immobilienfinanzierer hierzulande vertritt.

Wohnungen und HĂ€user verbilligten sich im zweiten Quartal gemĂ€ĂŸ vdp-Immobilienpreisindex lediglich um 0,9 Prozent gemessen am ersten Quartal. Verglichen mit dem Vorjahresquartal stand im Schnitt aber ein Minus von 5,4 Prozent, berichtete der Verband, der unter anderem Deutsche Bank, Commerzbank und große Sparkassen vertritt. «Die AbwĂ€rtsdynamik der Immobilienpreise hat merklich nachgelassen», hieß es.

Bei selbst genutztem Wohneigentum fielen die Preise demnach im zweiten Quartal nur noch leicht (minus 0,4 Prozent zum Vorquartal), wĂ€hrend die AbschlĂ€ge bei MehrfamilienhĂ€usern etwas grĂ¶ĂŸer waren. «Es zeichnet sich eine Stabilisierung am Wohnimmobilienmarkt ab», sagte vdp-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Jens Tolckmitt der Deutschen Presse-Agentur. Ein Grund sei, dass sich die Bauzinsen zuletzt auf erhöhtem Niveau eingependelt hĂ€tten. «Im Markt steigt das Vertrauen, dass die langfristigen Kreditzinsen nicht viel weiter steigen.»

Grund fĂŒr den Preisverfall

Hauptgrund fĂŒr den jĂŒngsten Preisverfall bei Immobilien sind stark gestiegene Kreditzinsen, die Finanzierungen teurer machen. Im ersten Quartal hatten sich HĂ€user und Wohnungen laut Statistischem Bundesamt im Schnitt noch um 6,8 Prozent zum Vorjahresquartal verbilligt und um 3,1 Prozent zum Vorquartal. Offizielle Daten fĂŒr das zweite Quartal stehen noch aus.

In den sieben GroßstĂ€dten sanken die Wohnimmobilienpreise laut Studie im Mittel nun um 1,1 Prozent zum Vorquartal und um 5 Prozent im Jahresvergleich. Die geringsten AbschlĂ€ge gab es im in Berlin mit minus 3,6 Prozent binnen Jahresfrist. Die höchsten PreisrĂŒckgĂ€nge verzeichneten Frankfurt (minus 9,1 Prozent), MĂŒnchen (minus 6,7) und Hamburg (minus 6,4). Einzig in DĂŒsseldorf stiegen die Preise minimal (plus 0,1).

Der Index des vdp basiert auf Daten zu Immobilientransaktionen von mehr als 700 Banken und ist aussagekrĂ€ftiger als Analysen, die auf Inseraten beruhen. Denn beim Immobilienverkauf wird verhandelt und Abweichungen vom Angebotspreis sind ĂŒblich.

Neuvertragsmieten steigen deutlich

Derweil setzte sich der AufwÀrtsdruck am Mietmarkt fort, auf den viele Menschen notgedrungen ausweichen. Die Neuvertragsmieten stiegen im zweiten Quartal krÀftig um 6,2 Prozent zum Vorjahresquartal. «Die Nachfrage nach Wohnraum ist ungebrochen hoch», sagte Tolckmitt. An der Spitze der Metropolen stand Berlin mit einem Plus von 9,5 Prozent binnen Jahresfrist. «In Berlin werden schon seit Jahren zu wenige Wohnungen gebaut gemessen am Zuzug», erklÀrte Tolckmitt.

Bei Gewerbeimmobilien fielen die PreisrĂŒckgĂ€nge nach vdp-Berechnung erneut besonders groß aus mit minus 10,3 Prozent zum Vorjahresquartal und minus 2 Prozent zum Vorquartal. WĂ€hrend der Trend zum Homeoffice BĂŒroimmobilien belastet, leidet der Einzelhandel unter Online-Shopping und KonsumzurĂŒckhaltung in der Inflation.

@ dpa.de