Kartellverfahren, EU-Kommission

Kartellverfahren: EU-Kommission ermittelt gegen Bauchemie-Konzerne

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 00:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

EU-Kommission leitet Verfahren gegen zehn Bauchemie-Firmen wegen mutmaßlicher Preisabsprachen bei Beton-Zusatzmitteln ein.

EU-Kartellverfahren: Milliardenstrafen für Bauchemie-Hersteller drohen
Hände eines Bauarbeiters, der eine Tüte Bauchemikalien hält, mit einem unscharfen Hintergrund einer Baustelle oder Fabrik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Europäische Kommission hat ein förmliches Kartellverfahren gegen mehrere Bauchemie-Hersteller und ihre Verbände eröffnet. Den Unternehmen drohen Milliardenstrafen.

Verdacht auf Preisabsprachen

Im Fokus der Ermittlungen stehen wettbewerbswidrige Absprachen für Zusatzmittel, die bei der Herstellung von Zement, Beton und Mörtel zum Einsatz kommen. Die Koordination soll in den Jahren 2021 und 2022 stattgefunden haben.

Die EU-Kommission vermutet, dass sich die Unternehmen über Preiserhöhungen abgestimmt haben. Als mögliches Instrument dienten dabei Pressemitteilungen. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf Deutschland, Frankreich und Spanien.

Namhafte Unternehmen betroffen

Die Liste der Beschuldigten liest sich wie ein Who-is-Who der Baubranche. Darunter: Cemex, Ha-be, Mapei, Master Builders Solutions, MC Bauchemie, Liesen, Remei und der Schweizer Konzern Sika. Ebenfalls im Visier der Wettbewerbshüter: Chryso, eine Tochter von Saint-Gobain, sowie die TAM Groupe.

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Auch drei Branchenverbände stehen unter Verdacht: die Deutsche Bauchemie, der französische Verband Synad und der spanische Verband Anfah. Die Kommission prüft, ob diese Organisationen die Absprachen ermöglicht oder aktiv unterstützt haben.

Drohen Milliardenstrafen?

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wird es teuer. Die EU-Kommission kann Bußgelder von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen. Bei Konzernen wie Sika oder Saint-Gobain wären das dreistellige Millionenbeträge.

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Erste Reaktionen zeigen: Manche Unternehmen sehen sich bereits auf der sicheren Seite. Saint-Gobain erklärte, man erwarte keine wesentlichen finanziellen Auswirkungen durch das Verfahren.

Das Verfahren soll den Wettbewerb im Bausektor schützen. Künstlich überhöhte Preise hätten letztlich Kunden und Bauherren getroffen.

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