Kartoffelpreise, Landwirtschaft

Kartoffelernte 2026 sinkt um ein Viertel – Preise steigen

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 09:19 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Deutschlands Kartoffelbauern erwarten 2026 eine deutlich kleinere Ernte als im Vorjahr. Die höheren Erzeugerpreise kommen zunehmend bei den Verbrauchern an, obwohl die Selbstversorgung grundsätzlich gesichert bleibt.

Ernte und Preisentwicklung 2026

  • Die Kartoffelernte sinkt von 13,9 auf 10,4 Millionen Tonnen.
  • Mit 8,9 Millionen Tonnen wurden zuletzt 2018 weniger Kartoffeln geerntet.
  • Der Hektarertrag fällt von 46 auf 38,9 Tonnen.
Dürre und kleinere Anbauflächen lassen die Kartoffelernte schrumpfen. (Archivbild) - Bild: Christoph Schmidt/dpa

Deutschlands Kartoffelernte schrumpft 2026

Die Kartoffelernte in Deutschland fällt 2026 voraussichtlich um rund ein Viertel kleiner aus als im Vorjahr, während die Preise für Verbraucher bereits deutlich gestiegen sind. Im September kosteten Kartoffeln 11,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und damit deutlich mehr als die allgemeine Inflationsrate von 3,3 Prozent.

Weniger Fläche und kleinere Knollen

Nach vorläufigen Ergebnissen werden in diesem Jahr 10,4 Millionen Tonnen Kartoffeln eingebracht. 2025 waren es noch 13,9 Millionen Tonnen gewesen.

Weniger Kartoffeln wurden zuletzt 2018 geerntet, als die Menge 8,9 Millionen Tonnen betrug. Als Gründe für den Rückgang 2026 gelten eine um 11,1 Prozent kleinere Anbaufläche und die Dürre.

Ertrag je Hektar sinkt

Die Trockenheit lieĂź die Knollen kleiner ausfallen. Landwirte ernteten im Durchschnitt 38,9 Tonnen je Hektar, nachdem im Vorjahr noch 46 Tonnen je Hektar erreicht worden waren.

Erzeugerpreise steigen stark

Auch auf der landwirtschaftlichen Erzeugerstufe haben sich Kartoffeln deutlich verteuert. Im August erhielten die Landwirte 61,5 Prozent mehr Geld fĂĽr ihre Ware als ein Jahr zuvor.

So stark war der Kartoffelpreis auf Erzeugerebene seit drei Jahren nicht mehr gestiegen. Zum Vergleich: Die Erzeugerpreise für sämtliche pflanzlichen Produkte legten um 12,3 Prozent zu.

Deutschland bleibt grundsätzlich Selbstversorger

Steigende Preise auf Erzeugerstufe werden in der Regel über den Handel an die Verbraucher weitergereicht. Grundsätzlich kann sich Deutschland bei Kartoffeln selbst versorgen.

Die Kartoffelernte 2026 fällt in Deutschland deutlich kleiner aus als im außergewöhnlich ertragreichen Vorjahr. Neben der um 11,1 Prozent reduzierten Anbaufläche belastet die Dürre die Erträge: Die Knollen bleiben kleiner, zugleich sinkt die durchschnittliche Erntemenge je Hektar.

Für Verbraucher wirkt sich die Entwicklung bereits sichtbar aus. Kartoffeln verteuerten sich im September binnen Jahresfrist um 11,3 Prozent und damit deutlich stärker als die allgemeine Verbraucherpreisinflation von 3,3 Prozent. Auf der landwirtschaftlichen Erzeugerstufe lag der Preisanstieg im August sogar bei 61,5 Prozent.

Wirkung auf Handel und Haushalte

Zwischen Erzeugerpreis und Ladenpreis liegen Verarbeitung, Verpackung, Transport und Handel. Deshalb werden höhere Kosten nicht zwingend vollständig und sofort weitergegeben; bei einem knappen Angebot steigt der Preisdruck jedoch entlang der gesamten Kette. Besonders relevant ist das für Haushalte, die Kartoffeln regelmäßig als vergleichsweise günstige Beilage oder Grundnahrungsmittel kaufen.

Deutschland kann sich bei Kartoffeln grundsätzlich selbst versorgen. Die geringere Ernte bedeutet daher nicht automatisch einen Versorgungsengpass, sie verringert aber den Spielraum für günstige Preise. Sollte sich das Angebot weiter verknappen, könnten Lagerbestände, Importe und die Nachfrageentwicklung den weiteren Preisverlauf beeinflussen.

DĂĽrre als langfristiger Faktor

Die diesjährige Entwicklung zeigt zudem, wie stark Ernteergebnisse von Wetter und Anbauentscheidungen abhängen. Wiederkehrende Trockenperioden erhöhen für Betriebe den Druck, Anbauflächen, Sortenwahl und Bewässerung anzupassen; zugleich steigen die Kosten und Risiken der Produktion.

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