Munich, Rekordgewinn

Munich Re meldet Rekordgewinn und Rekorddividende

26.02.2025 - 11:27:25

Katastrophen können gut fĂŒr's GeschĂ€ft sein. Das stellt der RĂŒckversicherer Munich Re mit glĂ€nzenden GeschĂ€ftszahlen unter Beweis.

Der weltgrĂ¶ĂŸte RĂŒckversicherer Munich Re eilt trotz zerstörerischer Naturkatastrophen und schwacher Weltkonjunktur von Rekord zu Rekord: Im vergangenen Jahr steigerte der Dax-Konzern seinen Gewinn um 23 Prozent auf knapp 5,7 Milliarden Euro, wie Vorstandschef Joachim Wenning und Finanzvorstand Christoph Jurecka bei der Vorlage der Jahresbilanz berichteten. 

Damit ĂŒbertraf das Unternehmen sein ursprĂŒngliches Gewinnziel von fĂŒnf Milliarden Euro ganz erheblich und lag schon sehr nahe an den fĂŒr dieses Jahr erhofften sechs Milliarden. Dementsprechend will der Munich Re-Vorstand die AktionĂ€re mit einer stattlichen Dividendenerhöhung beglĂŒcken: Die AusschĂŒttung soll um ein Drittel von 15 auf 20 Euro je Aktie erhöht werden, die höchste je von dem Unternehmen gezahlte Dividende. 

Vorstand gelobt Vorsicht

Wenning will das Gewinnziel fĂŒr dieses Jahr aber nicht erhöhen: «Man kann nicht jedes Jahr erwarten, dass sich die Dinge so erfreulich wiederholen.» Vorstandschef und Finanzvorstand betonten wie aus einem Munde, dass das Unternehmen vorsichtig bleiben werde. Allein die verheerenden WaldbrĂ€nde in und um Los Angeles werden die Munich Re nach derzeitiger SchĂ€tzung etwa 1,2 Milliarden Euro kosten, die im ersten Quartal verbucht werden sollen. 

Hohe SchĂ€den sind gut fĂŒr's GeschĂ€ft

RĂŒckversicherer versichern in erster Linie andere Versicherer wie die Allianz oder die Axa. Die Finanzbranche insgesamt ist bislang von der schwachen Weltkonjunktur ausgenommen, unter der Industrie und viele Dienstleister weltweit leiden. Das liegt unter anderem an den gestiegenen Zinsen und dem Aufschwung an den KapitalmĂ€rkten. 

Bei der Munich Re kommt als ein zusĂ€tzlicher Faktor der langjĂ€hrige Trend steigender SchĂ€den durch Naturkatastrophen hinzu: Diese kosten zwar viel Geld, doch erhöhen auch die Nachfrage nach Versicherungsschutz. Die RĂŒckversicherer allgemein konnten ihre Preise daher in den vergangenen Jahren krĂ€ftig erhöhen. 

Die Munich Re musste 2024 mit 3,9 Milliarden Euro fast ein FĂŒnftel mehr fĂŒr Naturkatastrophen und von Menschen verursachte GroßschĂ€den ausgeben als ein Jahr zuvor. Zugute kamen dem Konzern jedoch die gestiegenen Einnahmen ebenso wie gute GeschĂ€fte an den FinanzmĂ€rkten.

Kalifornische WaldbrÀnde teuerstes Feuer der Geschichte

Bei der Vertragserneuerung im Schaden- und UnfallgeschĂ€ft mit Erstversicherern wie Allianz und Generali zum Jahreswechsel musste die Munich Re allerdings im Schnitt leichte PreisrĂŒckgĂ€nge um 0,6 Prozent hinnehmen. Die Chefetage des Konzerns rechnet jedoch nicht mit einem «weichen» Markt, dem branchenĂŒblichen Begriff fĂŒr fallende Preise. 

Das liegt unter anderem an den WaldbrĂ€nden in Los Angeles, dem nach EinschĂ€tzung der Versicherungsbranche teuersten Feuer der Geschichte. Die SchĂ€den fĂŒr die Versicherer insgesamt könnten sich nach SchĂ€tzung Wennings auf 35 bis 40 Milliarden Dollar summieren.

SchÀden durch Naturkatastrophen steigen

Die von Naturkatastrophen verursachten SchĂ€den steigen seit einigen Jahrzehnten zwar nicht linear von Jahr zu Jahr, aber im langfristigen Trend kontinuierlich. Nach EinschĂ€tzung der allermeisten Wissenschaftler ist das eine Folge des Klimawandels. So begĂŒnstigen hohe Meerwassertemperaturen die Entstehung von Hurrikanen. Der Hurrikan «Helene» war auch im vergangenen Jahr teuerster Schaden fĂŒr die Munich Re mit rund 500 Millionen Euro. «Milton» wenige Wochen spĂ€ter schlug mit rund 400 Millionen Euro zu Buche.

@ dpa.de