Katastrophenschutz in Rheinland-Pfalz: 5.000 Einsatzkräfte üben den Ernstfall
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 08:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Rheinland-Pfalz findet am 26. September 2026 ein großangelegter landesweiter Übungstag für den Brand- und Katastrophenschutz statt. Rund 5.000 Einsatzkräfte beteiligen sich an insgesamt über 180 Einzelübungen im gesamten Bundesgebiet. Es handelt sich um den zweiten Landesübungstag nach einer ersten Durchführung im Jahr 2025. Künftig soll dieses Format jährlich am letzten Samstag im September wiederholt werden, wobei der nächste Termin für 2027 vorgesehen ist.
Prüfung der Kommunikationswege bei Unwetterlagen
Das zentrale Szenario der diesjährigen Übung umfasst eine aus Frankreich heranziehende Kaltfront, die massiven Starkregen, kräftige Gewitter sowie Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 90 und 120 km/h in exponierten Lagen mit sich bringt.
Ziel der Maßnahmen ist es, die Kommunikations- und Meldewege zwischen den Landkreisen, den kreisfreien Städten, den Integrierten Leitstellen und dem Lagezentrum Bevölkerungsschutz des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz (LfBK) umfassend zu prüfen.
Parallel dazu führt der ASB-Landesverband Rheinland-Pfalz am 26. September 2026 eine Verlegeübung durch. Hierbei kommen zahlreiche Einsatzfahrzeuge zum Einsatz, die einen Sammelraum an der MEWA Arena nutzen.
Simulation von Infrastrukturausfällen in Mainz und Trier
Ein Schwerpunkt der Übungen liegt in der Landeshauptstadt Mainz. Die Feuerwehr Mainz beteiligt sich am 26. September 2026 zwischen 8 und etwa 14 Uhr an dem landesweiten Vorhaben.
Das Mainzer Szenario simuliert einen länger andauernden Stromausfall, der erhebliche Einschränkungen der Kommunikations- und Versorgungsstrukturen zur Folge hat. Rund 100 Einsatz- und Unterstützungskräfte proben dabei die Arbeit des Führungsstabs, die Leitstellenstrukturen sowie die Erstellung eines gemeinsamen Lagebilds.
Der landesweite Übungstag in Rheinland-Pfalz prüft genau das, was im Ernstfall über Erfolg entscheidet: die Meldewege zwischen Kommunen, Leitstellen und Lagezentrum. In Mainz wird dafür ein länger andauernder Stromausfall simuliert — inklusive Ausfall der Notrufnummern, die durch besetzte Notfallmeldestellen ersetzt werden. Wie Sie solche Strukturen in Ihrer Kommune aufbauen, steht in unserem kostenlosen Leitfaden. Leitfaden Blackout-Vorsorge jetzt anfordern
Um den simulierten Ausfall der Notrufnummern 110 und 112 abzudecken, werden im Mainzer Stadtgebiet mehrere Notfallmeldestellen aufgebaut und besetzt. Die Standorte dieser Stellen sind über ein entsprechendes Online-Portal der Berufsfeuerwehr Mainz abrufbar.
In der Realität bleiben die Notrufnummern während der Übungszeit uneingeschränkt erreichbar. Oberbürgermeister Nino Haase besucht im Verlauf des Vormittags die Leitstelle sowie den Führungsstab, um sich ein Bild von den Abläufen zu machen.
In Trier führt die Berufsfeuerwehr am 26. September 2026 eine Katastrophenschutzübung unter dem Titel Blackout durch. Etwa 150 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, elf Freiwilliger Feuerwehren sowie der Malteser und des Technischen Hilfswerks (THW) sind involviert. Die Simulation sieht einen Stromausfall vor, der ab 9:00 Uhr die linke Moselseite und ab 10:30 Uhr das komplette Stadtgebiet betrifft.
Zur Sicherstellung der fußläufigen Erreichbarkeit für die Bevölkerung werden 25 Notfall-Anlaufstellen in Gebäuden mit Notstromversorgung, wie etwa Feuerwehrhäusern oder dem Rathaus, sowie in Bussen und Feuerwehrfahrzeugen eingerichtet. Der reguläre Strom wird für die Übung nicht abgeschaltet; das öffentliche Leben soll ohne Verkehrsbehinderungen oder Sirenensignale weiterlaufen.
Entwicklung der landesweiten Krisenvorsorge
Die Etablierung des jährlichen Übungstages ist Teil einer verstärkten Strategie zur Krisenvorsorge. Im Jahr 2025 fand eine vergleichbare Übung in Montabaur statt. Damals wurde ein ICE-Unfall im Tunnel Dernbach/Süd nach einer Kollision mit einer Schafherde simuliert.
Wenn der Strom großflächig ausfällt, entscheidet die Abstimmung zwischen den Leitstellen über Minuten. Genau diese Schnittstellen werden beim Übungstag am 26. September 2026 getestet — von der überörtlichen Weitergabe von Lageinformationen bis zum gemeinsamen Lagebild. Unser kostenloser Leitfaden zeigt in drei Schritten, wie Sie diese Abstimmung in Ihrer Behörde vorbereiten. In 3 Schritten zur Krisenvorsorge
An diesem Szenario waren rund 400 Einsatzkräfte beteiligt, wobei die Versorgung von 150 Verletzten im Rahmen eines Massenanfalls von Verletzten (MANV) im Fokus stand. Mit den aktuellen Übungen in Mainz, Trier und auf Landesebene wird die Koordination bei großflächigen Schadensereignissen und kritischen Infrastrukturausfällen weiter vertieft.
Mehr zum Thema bei tagesschau.de: „Rheinland-Pfalz: 5.000 Einsatzkräfte üben in Rheinland-Pfalz den Unwetter-Ernstfall“
