Kaufkraft der Deutschen steigt – Familien holen 3,7 Prozent auf
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 09:08 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSHaushaltsdaten zeigen unterschiedliche Zugewinne
- Der IW-Einkommensrechner basiert auf Befragungen von 48.000 Haushalten fĂĽr das Jahr 2024.
- Singles mit mehr als 6.050 Euro Nettoverdienst zählen zu den einkommensreichsten vier Prozent.
- Die Einkommensverteilung ähnelt nach IW-Angaben weiterhin grob der Situation im Jahr 2014.
IW sieht mehr reale Spielräume für Haushalte
Die Kaufkraft der Deutschen ist zuletzt wieder gestiegen, sodass sich die Menschen mit ihrem Einkommen mehr leisten können. Das geht aus dem neuen Einkommensrechner des Instituts der deutschen Wirtschaft hervor, der auf Befragungen von 48.000 Haushalten für das Jahr 2024 beruht.
Hohe Einkommen bleiben selten
Singles mit einem monatlichen Nettoeinkommen von mehr als 6.050 Euro gehören demnach zu den einkommensreichsten vier Prozent Deutschlands. Zugleich zählen sich nur wenige Menschen zur oberen Schicht, selbst wenn sie gemessen an ihrem Einkommen dazugehören.
Die Ökonomin Judith Niehues vom IW sagte, die Verteilung auf die Gruppen von „relativ arm“ bis „relativ reich“ sei über die Dauer der Erhebungen ziemlich gleichgeblieben.
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Reale Einkommen legen wieder zu
Seit 2019 sind die Einkommen in Deutschland nominal merklich gestiegen. Die hohe Inflation zehrte dieses Wachstum zunächst weitgehend auf, doch die jüngsten verfügbaren Daten zeigen nun auch eine Erholung der Kaufkraft.
Bei Paaren mit Kindern verzeichnen die Forscher einen realen Zuwachs von 3,7 Prozent. Bei Paaren ohne Kinder beträgt das Plus rund drei Prozent.
EinkommensgefĂĽge bleibt weitgehend konstant
Nach Einschätzung von Niehues hat sich das Einkommensgefüge seit dem ersten interaktiven Einkommensvergleich für das Jahr 2014 grob kaum verändert. In den unteren wie in den oberen Einkommenssegmenten liegen demnach ähnlich große Bevölkerungsanteile wie damals.
Die IW-Auswertung beschreibt eine Verbesserung der realen finanziellen Spielräume, nachdem die Inflation die nominalen Einkommenszuwächse über längere Zeit weitgehend aufgezehrt hatte. Maßgeblich ist dabei nicht allein, wie viel Einkommen Haushalte erzielen, sondern welche Waren- und Dienstleistungsmenge sie sich davon leisten können.
Der Anstieg fällt nach Haushaltstyp unterschiedlich aus. Familien mit Kindern verzeichnen mit 3,7 Prozent den stärksten genannten realen Zuwachs, während kinderlose Paare auf rund drei Prozent kommen. Für die persönliche Einordnung bleiben jedoch Haushaltsgröße, Wohnkosten, regionale Preise und die Zusammensetzung des verfügbaren Einkommens entscheidend.
Einkommensgruppen bleiben stabil
Die Untersuchung verweist zugleich auf eine bemerkenswerte Konstanz der Einkommensverteilung. Trotz höherer nominaler Einkommen haben sich die Anteile der Bevölkerung in den unteren und oberen Gruppen seit dem ersten Vergleich für 2014 grob kaum verschoben. Ein allgemeiner Kaufkraftgewinn bedeutet daher nicht automatisch, dass sich die Abstände zwischen den Einkommensgruppen verringern.
Für Verbraucher ist die Entwicklung dennoch relevant: Nach den starken Preissteigerungen der vergangenen Jahre können steigende Realeinkommen die Haushaltsbudgets wieder entlasten. Ob dieser Effekt im Alltag spürbar bleibt, hängt davon ab, wie sich Preise für Wohnen, Energie, Lebensmittel und Dienstleistungen weiterentwickeln.
