Discounter Kodi soll in Schutzschirmverfahren saniert werden
28.11.2024 - 19:58:28Der finanziell in Schieflage geratene EinzelhĂ€ndler Kodi möchte sich ĂŒber ein Schutzschirmverfahren sanieren. Die Kodi DiskontlĂ€den GmbH habe beim Amtsgericht Duisburg einen entsprechenden Antrag eingereicht, teilte das Unternehmen in Oberhausen mit. Ziel sei es, einen Sanierungsplan zu erarbeiten, mit dem das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen komme. Der GeschĂ€ftsbetrieb mit bundesweit 238 Filialen werde mit allen 1.800 BeschĂ€ftigten uneingeschrĂ€nkt weitergefĂŒhrt.
Erste MaĂnahmen sollten zeitnah umgesetzt werden, teilte Kodi-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Matthias Schob mit. «Es gibt bereits erfolgversprechende AnsĂ€tze, die wir nun finalisieren werden.» Der Sanierungsplan solle voraussichtlich im FrĂŒhjahr 2025 dem Gericht und den GlĂ€ubigern vorgelegt werden. Nehmen beide den Plan an, hebt das Gericht das Verfahren auf.Â
Kunden halten sich zurĂŒck
Die Firma begrĂŒndete die Lage mit der «deutlichen KaufzurĂŒckhaltung» der Kundschaft. In den vergangenen Monaten sei es zu einem massiven Umsatzverlust in einer ohnehin harten Wettbewerbssituation gekommen. AuĂerdem belasteten das Unternehmen gestiegene Kosten etwa fĂŒr Energie, Fracht und Werbung. Die Löhne und GehĂ€lter seien bis auf weiteres gesichert.Â
Das seit 1981 bestehende Unternehmen mit Sitz in Oberhausen verkauft Artikel unter anderem aus den Bereichen Reinigen, Kochen, Dekorieren, Heimwerken, Textilien und Lebensmittel. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei 130 Millionen Euro.
Mit dem Schutzschirmverfahren soll die Sanierung von Unternehmen erleichtert werden. Voraussetzung ist das Testat eines Experten, das nachweist, dass das Unternehmen noch ĂŒber ausreichend LiquiditĂ€t verfĂŒgt und sanierungsfĂ€hig ist. Die GeschĂ€ftsfĂŒhrung bleibt wĂ€hrend des Verfahrens im Amt und wird dabei von Restrukturierungsexperten unterstĂŒtzt.


